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Stefan & Steffu's travels

Belfort

Abartig, was die Herrschaften Maréchal de Vauban, Haxon und Denfert-Rochereau in Belfort in die Landschaft geklotzt oder eher gegraben haben. Das freute den Baumeisterverband. Aber musste wohl, war die Burgundische Pforte doch Passage obligé und Franzosen, Preussen und Österreicher beliebten sich in diesen Landen doch gar arg, oft und ausgiebig zu klopfen.

Stadtmodell mit Ausbau zu Vaubans Zeit, pfiffiges Logo und Skelett aus der Merowingerzeit

Belfort im 18. Jahrhundert aus der Vogelperspektive

Im Sichelschnitt stiessen auch wir gestern, landeten aber in friedlichen Absichten in Belfort an, zumal die Stadt direkt neben der Festung einen riesigen Platz für Camper eingerichtet hat und das erst noch gratis, Grauwasserent- und Frischwasserversorgung inklusive. Das Kollektiv ‚Freunde hellblauer 640er Malibus‘ bedankt sich bei der Kommune Belfort.

Zitadelle mit dem berühmten Löwen – eines der ‚plus beaux monuments de France‘

Der Löwe von Belfast ist eine monumentale Skulptur des Künstler Auguste Bartholdi, Erschaffer der Freiheitsstatue

Müde, aber Bastionen und die Aussicht auf schöne Farben nächtlichen Fotografierens liessen mich zu später Stund noch ausrücken. Da die Motivation eine einseitige war, tat ich so alleine, schnallte das Brompton unter und stürmte gen Festung an. Die Tour sollte zu einer gewagten Odyssee werden. Die der Stadt zugewandte Front der Zitadelle war beleuchtet, aber die Scheinwerfer flashten mich dermassen, dass ich arg aufpassen musste, nicht die Fortmauer runterzustürzen. Nachdem ich das Brompton Treppen hoch und wieder runter gefergt hatte, war dann auf der anderen Seite so zappenduster, dass ich froh war um den kleinen Scheinwerfer des Fahrrads sowie Eulen gleich weit geöffnete Pupillen. 

Bastionen und Gräben

Keine toten Winkel – uneinnehmbar

So ging es einigermassen, aber das nächtliche Gelände verlangte dem Brompton und mir dann so doch einiges ab. Vor allem war mir bewusst, dass ich auf Ravelins und über Bastionen fuhr und dass insgesamt vier Grabensysteme die Landschaft zierten. Am falschen Ort durch und die Zitadelle Belfort würde ein ziviles Opfer fordern. In den Lokalnachrichten würde es dann heissen: Un idiot passe en vélo au-dessus de la forteresse la nuit et s’écrase. Peinlich!

Die Nacht zaubert schöne Farben auf die Stadt

Geopfert habe ich dann des Nachts dennoch. Einmal mehr mit einer schmerzenden Hand aufgewacht, entdeckte und noch wichtiger erwischte ich das fette Schwein einer blutschwangeren Mücke immerhin rasch. Es ist schon interessant: Weshalb genau müssen unbedingt die Allergiker auch noch das spannendste Blut haben? Die Hand ist jetzt noch geschwollen und das trotz mehrfachem Kühlen und Salben, was ja allenthalben nützen soll.

Tarte flambée in Belfort – Cappuccino unterwegs im Camper

Nachdem wir an Neujahr 2019 ausgerechnet den einen Tag erwischten, an welchem die Zitadelle Belfort nicht geöffnet hatte, sollte uns das heute nicht passieren. So erklommen wir den befestigten Berg heute bei Tag, zu zweit und dafür ohne Bromptons.

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Thema von Anders Norén

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