Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Kaffeefahrt nach Swakopmund

10:15 Uhr, Solitaire, 25 °C, böig, die Frisur sitzt: Die Strasse ist dermassen schitter, dass wir zeitweise sogar den 4×4 zuschalten mussten, um den Wagen auf Spur zu halten. Am schlimmsten sind aber die sich quer zur Strasse befindenden Schlagrinnen, welche sich hundertfach und eng beieinander liegend wiederholen. Kommen von den Reifen der Räder und werden immer tiefer. In Solitaire gäbe es den besten Apfelkuchen des Landes – lekker Appeltart. Das ist doch ein lekker Grund für einen Halt. Wir stellen unseren Wagen ab und sammeln die Plomben ein, welche es uns auf den letzten 70 Kilometern rausgehauen hat.

Die Querrillen bringen unser Fahrzeug so richtig in Schwingung

Strassenhobel – da gibt’s noch einiges zu hobeln!

Oryx

Tief steht die Sonne über dem Horizont und taucht die Dünen in samtenes Ocker.

Düne über Düne, endloser Sand.
Stille. Ab und zu eine Böe.
Sanft wiegt ein Busch im Wind.
Daneben ragt ein toter Baum anklagend aus dem lehmigem, trockenen Boden.
Der Schrei eines Schakals durchschneidet die Stille und lässt die Echse neben dem Stein aufhorchen.
Die Zeit streckt sich, dehnt sich zu einem weiten Band, biegt sich und bleibt schliesslich stehen.
Namib. Lebensfeindlicher Ort, Wiege der Menscheit, Quell allen Lebens.
Die Oryx-Antilope zieht unbeirrt ihres Wegs.

Gedicht der Nama
Der beste Apfelkuchen in der Namib

Und in der Tat tanzt in der Bakery der Bär. Stefan steht seit Minuten an für Cappuccino, Gaffee und eben Apfelkuchen. Um uns babylonische Sprachenverwirrung, Alles ist da. Im Zweifelsfall liegst Du bei den anderen Touristikern mit Schweizerdeutsch richtig. Es scheint, als habe es mehr Schweizer hier als Namibier. Das wäre an sich nicht schlimm, erhöhen diese Zahl selber ja auch, aber die meisten sind Zürcher. Und das ist natürlich schlecht – weil da beginnen die Ohren zu bluten. Dann doch lieber Afrikaans und das wurde von einem Magazin zur hässlichsten Sprache der Welt gekürt. Ich glaub, ich stopf mir etwas Apfelkuchen in die Gehörgänge. Das lindert den Schmerz etwas.

Mc Gregors Bakery in Solitaire

Nach Swakopmund sind es rund 350 Kilometer, die wir zu bewerkstelligen haben. Alles auf Buckelpiste. Bei der heiligen Barbara, Schutzgöttin der Schlaglöcher. Überhaupt, Namibia ist rieeeesig. 

Mächtige Schieferformationen des Kuiseb-Canyons

Mitten durch die Namibwüste zur Atlantikküste

17:30 Uhr, Ice & Spice Cafe, Swakopmund: Mal wieder in einem richtigen Bett schlafen, weil Hotel. Und dann noch ein hübsches. Und vor allem: kein Sand. Alles ist sandig. Der Wagen: voller Sand, eine halbe Düne dabei. Die Koffer: sandig. Die Kleider: sandig. Wir: auch. 

Altstadt von Swakopmund mit Woermannturm

Nach der Ankunft wollten wir waschen, aber die zu Hause bereits erkundete Laundy will in einer Stunde zu und so gaben wir ihr unsere Wäsche für den ungefähr zehnfachen Betrag zum Waschen. Aber das geht in Ordnung.

Das im Kolonialstil erbaute Swakopmund wäre nun nicht eben gerade unsere Erste Wahl für den Lebensmittelpunkt, aber immerhin sehen wir mal wieder etwas Zivilisation.

Deutscher Historismus mitten in Afrika

Deutsche Anschriften und Strassenschilder – schon noch schräg

Kücki’s Pub: offenbar eine Institution in Swakopmund

Die Fahrt hierhin war strapaziös. Für uns und den Toyota. Ich zolle dem Auto Respekt ab. Allmählich beginne ich zu verstehen, weshalb die Wagenmiete im Vergleich zu anderen Reisen sauteuer war: Ein paar solche Touren und zu kannst den Wagen in die Tonne kloppen. Aber jetzt hat er mal Pause bis übermorgen und wir auch. 

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Thema von Anders Norén

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