Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

600 km en TGV

Die Umgebung des Gare du Nord ist nicht nur gut – reisen wir also weiter

Diese Nacht. Stille. Schlaf. Und der Herr sah, dass es gut war, weil ER es den seinen bekanntlich ja im Schlaf geben soll. Davon merkten wir aber nicht viel, wir schliefen wie Steine. Ausserdem haben wir unser Abo in der Kirche vor Jahren aufgekündigt.

10:56 Uhr, im TGV: Diese Züge sind einfach schon was für Leute mit einer gewissen Akzelerationsneigung. Bis Bordeaux zieht es sich von Paris viel mehr, als dass man es glauben würde, nämlich an die 600 Kilometer. Der TGV braucht dafür gerade mal zwei Stunden und neun Minuten. Fahren gerade parallel zu einer Autobahn. Es scheint, als stünden die Autos. Tun sie aber nicht. Paris – Bordeaux ohne Halt. Im gestreckten Galopp. Gail! 

Warten auf den TGV im Gare Montparnasse

Bordeaux. Passt.

Panta rhei, alles fliesst. Das ist doch eine gute Gelegenheit, die bisherige Reise kurz Revue passieren zu lassen. Paris – la ville d‘amour. Die Stadt der Künste und des Savoir-vivre. Die Stadt, in welcher Jim Morisson, Oscar Wilde, Rossini oder auch die Callas ihre letzte Ruhe gefunden haben. Paris geht immer. Wenn es natürlich dermassen schönes Wetter ist, wie wir es derzeit erleben, ist das natürlich noch besser. Nochmals richtig Sonne tanken. Winter is coming! Das wussten schon die Starks zu berichten. Aber wir wollen nun nicht Trübsal blasen, weil wir nun so richtig Atlantik-Küste zu Gute haben. Mit allem drum und dran. Schreiende Möwen, das Gefühl von Sand zwischen den pedikürten Zehen, das Zirpen der Wellen, rauschende Zirkaden, Mikroplastik im Atlantik. Herrlich! Ich mag die See.

„Und die See wird allen neue Hoffnung bringen, so wie der Schlaf, die Träume bringt daheim.“

Christoph Kolumbus

Die Schülerinnen und Schüler machen das super. Sehr angenehm. So, wie ich es auch immer mit meinen Lernenden erleben durfte. Ich werde die Lernenden vermissen. Aber es ist immer gut zu gehen, wenn die Party am schönsten ist. So hat es uns unsere Tanzlehrerin und Trainerin damals gelernt. Leider weilt sie nicht mehr unter uns.

Der TGV steht bereit, wir sind es auch

Frankreich kann recht flach sein. Für TGV-Strecken ist das besser. Die Schweiz ist da mehr vertikal. Tektonisch zusammengefaltet eben. Wo mag Frankreich damals in Pangaea wohl gelegen haben? Dachten die Saurier damals in Französisch? Voltaireosaurus und Rousseaurix. Man weiss es nicht. Muss da mal bei einer Paläontologin nachfragen. Ob es welche hat an der Atlantikküste? Und woran würde ich solche erkennen? Wohl kaum am Saurierskelett unter’m Arm. Die sind ja meist in Stein. Google gab dazu jedenfalls nichts vernünftiges her. Auch nicht, als ich die Suchanfrage auf Englisch verfasste.  

Wir hätten in Arcachon auch den Bus nehmen können, aber etwas Bewegung darf sein

In Arcachon spricht man jedenfalls französisch. Unterdessen sind wir angekommen, an hübschen Jugendstilhäusern vorbeigezogen, die Düne hochgekraxelt und auf der anderen Seite auf den Koffern wieder heruntergerutscht und eingecheckt. Es duftet herrlich hier. Nach Pinien. Wie sagte es Gotthelfs Anne Bäbi Jowäger im gleichnamigen Romas doch so schön: „Hie bini, hie gfallt‘s mir und hier blibeni!“ Anne Bäbi Jowäger meinte jedoch das Emmental – für mich nicht ganz verständlich, aber ich bin ja auch Stadtneurotiker – und so passt die Aussage irgendwie doch nicht so ganz. Wohl besser die Nationalheilige Frankreichs bemühen:

„Alors je sens dans moi, mon cœur qui bat.“

Édith Piaf
Düne hoch – mitsamt Koffern

Apéro now

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