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Stefan & Steffu's travels

Österreich? Verdun!

Österreich. War der Plan. Hiess es. Wetterprognose will aber nicht. Auch nicht in Italien, Südfrankreich, alles Scheisse. Also beschlossen wir auf dem Weg mit den Bromptons nach dem Malibu eine gänzlich andere Richtung einzuschlagen. Links blinken, rechts antäuschen, um dann geradeaus zu fahren. Verwirre Deinen Gegner … und auch Dich selber. Passt aber. So soll Reisen auch sein. Irgendwie.

Irgendwie ist auch sonst etwas anders. Der geneigten Blogleser:*innenschaft, oder wohl eher der Wir-kennen-die-Protagonisten-Schaft mag beim aufmerksamen Betrachten der Bebilderung ein Gedanke wie folgt durch den Kopf gegangen sein: ‚Moment, der Stefan sieht so nicht aus.‘ Stimmt.

Wir also los. Jeremias (Name der Redaktion bekannt), kurvt den Malibu durch die Legümen, als hätte er nie was anderes gemacht. Also Jeremias, nicht der Malibu. Der ist ja immer sich selber. Jeremias auch. Ich auch. Stefan auch. Aber der ist nicht dabei. Weil Nordsee 1. Und Nordsee 2. Aber wenn er mag, soll er selber bloggen, das gäbe ein schönes Puff in der Blogübersicht. Aber im Raum, dem virtuellen, geht das. Bits und Byts kümmert das nicht. Vielleicht den Elon Musk, aber der ist ja jetzt eher Richtung All orientiert, aber ich beginne abzuweichen.

Fahrprüfung erfolgreich bestanden

Wo war ich? Genau, Österreicht ist ja eben Scheisse, also nicht wegen den Österreichern und wo geht Malibu hin, wenn gerade mal geistige Windstille? Genau, Éguisheim, weil das geht immer. Alas war gestern nicht das der Grund, sondern Richtung Norden wollen sie kein Pisswetter ab Dienstag oder so. Wir wollen das auch nicht, darum Norden und Éguisheim ist in diese Richtung, das Elsass auch, Luxemburg, Belgien und so auch, Benelux eben und das geht auch, vor allem an Ostern, weil der Osterhase bekanntlich aus Belgien kommt. Weiss man doch. Eben.

Alles schön, alles gut also, aber neben uns suchten wohl an die 200 Vans in Éguisheim Rast zu tun und abends um acht anlandend, war da nix mehr zu machen. Aber da ich Jeremias versprach, dass er wohl noch nie ein pittoreskeres Städtchen gesehen zu haben vermocht hatte, zwischenparkten wir den Malibu halt, auch weil Hunger. Zwei Flammkuchen, un quart de Pinot gris und ein kurzes Sightseeing später setzten wir uns Richtung Turckheim ab und da hatten wir so was von Ruhe und eine solche Nacht tätigten wir auch. Traumlos. Fast. Aber ich habe Ferien und mag nun nicht über mein Ex(!)-Geschäft berichten.

Wohlverdiente Flammkuch in Eguisheim

Verdun. Muss fast. Nicht eben so leichte Kost, aber etwas Kultur muss sein. Für die jüngeren von Euch: Vor dem WWII gab es einen ersten Weltkrieg. Damals natürlich nicht so genannt, weil Du ja nur einen ersten nennen kannst, wenn Du weisst, dass es einen zweiten gibt und wenn wir nicht verdammt aufpassen … Leute, jetzt mal im Ernst. Ich war schon mal in Verdun. Das war Geschichte. Tragisch, aber Geschichte. Aber heute bekam das vor dem Hintergrund der aktuellen, tragischen Ereignisse eine ganz andere Konnotation. Der Weltkrieg war eine Tragödie sondergleichen, Millionen Menschen für nichts und wieder nichts hingemacht. Und schliesslich glaubte auch ich, Europa hätte nach Jahrhunderten Kriegen die Lektion gelernt. Soll man glauben.

Mit all den Kratern gleicht die Landschaft nach über 100 Jahren immer noch dem Mond – nur wieder mit mehr Leben.

Trübe Gedanken. Bedingt gute Prognosen. Wir stiegen vor dem Fort Vaux in den Van ein, bereiteten Cappuccino zu, lauschten den Vögeln durch die offene Schiebetüre und vertilgten einen Bieber. Also einen mit Marzipan, nicht einen mit dem flachen Schwanz. Solche haben wir nicht gesehen in Verdun.

Kontrastprogramm – Cappuccino im Bildvordergrund, im Hintergrund Schiessscharten

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1 Kommentar

  1. Stefan und Steffu 16. April 2022

    Stimme aus dem Off:
    Schon fast ein metaphysisches Erlebnis den Blog aus der anderen Perspektive zu erleben! Der nicht dabei seiende Stefan wünscht euch beiden eine tolle Reise. Meine beginnt erst am Montag.
    Anmerkung an die Redaktion:
    Habe die Mediendateien-Links noch gesetzt 😉

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