Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Wikinger, Könige & eine Küstenbatterie

Über eine Brücke musst du gehen …

Dänemark ist nicht so in vertikal, sondern mehr so horizontal und damit verbunden intensiv in verschiedenen Meeren, Inseln und Küsten und das ohne Ende. Das bringt es für Dänemarkquerende mit sich, dass sie von der grossen Halbinsel Jylland (Jütland) über Odense nach Sjælland gelangen müssen, ohne dabei nasse Füsse zu kriegen. Gut gibt es die Kunst des Ingenieurwesens und solchige wusste Odense mit Sjælland mit der Storebæltsbroen, der längsten Hängebrücke Europas und der drittlängsten der Welt zu verbinden. Darüber fahrend bestaunten wir die kilometerlange Konstruktion mit ihren 254 Metern hohen Pylonen. Klar, dass eine Brücke solcher Dimensionen kostet und nicht zu knapp. Das will amortisiert sein und da kommen wir dann eben ins Spiel. Bei der Mautstation wartend verspürte ich bereits ein unangenehmes Ziehen in der Portemonnaie-Gegend und mir schwante, was da kommen möge. Bei der automatischen Zahlstation angekommen, musterte uns die Kamera und das System überlegte für unseren Geschmack zu lange. Und in der Tat fiel der Preis für uns üppiger aus als für den vor uns fahrenden BMW X5 und dieser ist ja auch nicht eben ein Leichtgewicht. Gut, dass meine Kreditkarte eine genügend hohe Deckung aufweist.

Nach dieser Begegnung der dritten Art mit der Moderne zogen wir eine Reise in die Vergangenheit vor und dazu eignen sich in hiesigen Landen die Wikinger. Die Wikinger bauten nicht mit Steinen und schon gar keine Burgen, die Burgen waren mehr die Antwort auf die Gefahren der Wikinger. Umso eindrücklicher ist es, in Trelleborg in einer kreisrunden Wikingerburg beeindruckender Dimensionen zu stehen. König Harald I. „Blauzahn“ Gormsson einigte von hier aus Skandinavien zu einem Reich. Wegen der Fähigkeit des Verbindens wurde die uns allen heute bestens vertraute Technik Bluetooth nach ihm benannt.

Ein Modell macht den Umfang der Anlage klar

Die Position der im ringförmigen Wall gelegenen Langhäuser sind mit Betonelementen angedeutet

Wo die Wikinger ihre Spuren hinterlassen haben

Ein rekonstruiertes Langhaus ist innen ganz schön dunkel

Ein erhaltenes Wikingerschild

Abendessen im Camper

Zu Hause seien alle Campingplätze übervoll. Hier nützlicherweise nicht. Spontan liefen wir gestern Abend in der Musholm Bugt einen Campingplatz an und kriegten einen hübschen Platz, der zum Verweilen unter unserer Markise einlud.

Wenn wir schon bei den Wikingern sind, fahren wir doch auch gleich so weiter. In Roskilde hat es ein Vikingeskibsmuseet. Hauptexponate sind einige vor tausend Jahren im Roskilde-Fjord versenkte Wikingerschiffe. Stark sind sie aber auch in Experimantal-Archäologie und so laufen im Museumsgelände originalgetreu hergestellte Wikingerschiffe vom Stapel, dass es Odin eine Freude ist. Mit der Rekonstruktion der Skuldelev 2, der Havhingsten fra Glendalough (Sea Stallion from Glendalough) segelten sie sogar nach Irland, wo Glendalough ja eben liegt (siehe Beitrag Gleann da Loch von letztem Jahr). Ich schaute hinaus in die Bucht. Sieht wie Meer aus. Mit Staunen musste ich beim Blogschreiben feststellen, dass Roskilde mitten im Land liegt, aber eben am Roskilde-Fjord.

Experimentelle Archäologie

Nachbildungen der entdeckten Wikingerschiffe

Mit diesem Schiff haben es die Archäologen sogar bis nach Dublin geschafft

Die Originale sind im Museum zu bestaunen

Mit dem Dom von Roskilde wartete bereits wieder ein UNESCO-Weltkulturerbe auf uns. Geneigte Leser*innen wissen unterdessen, dass wir auf unseren Reisen systematisch UNESCO-Weltkulturerben anlaufen. Bei diesen kriegst Du stets etwas Einmaliges geboten, sonst wären es ja eben keine Weltkulturerben mit Bedeutung für die Menschheit. Eben, Dom von Roskilde. 1280 fertig gestellt, wirkt er bei weitem nicht so alt, zweifelsohne, da er in Backsteinen erbaut wurde. Backsteine erinnern mich an den Bau aus den 70-ern, in welchem ich aufgewachsen bin, nicht aber an eine annähernd 800 Jahre alte Kathedrale. Diese ist vor allem Begräbnisstätte der dänischen Könige und Königinnen. Alle paar Meter läufst Du in dieser Kathedrale gegen einen Sarkophag an, die Kirche platzt vor lauter verstorbenem Hochadel aus allen Nähten. Sogar in der Krypta links, rechts, links Särge. Wir fragten uns, ob das die billigen Plätze sind.

Der Dom von Roskilde

Von Roskilde ist es schliesslich nicht mehr weit bis Kopenhagen und diesmal schlafen wir sogar in einem geschichtsträchtigen Ort, der Campingplatz liegt lämlich mitten im Charlottenlund Fort, eine grosse Küstenbatterie der monumentalen Befestigung von Kopenhagen.

Ab nach Kopenhagen

Der Wasserservice gestaltet sich in einem Fort etwas anders

Campingplatz in historischer Kulisse

Blick nach Malmö (Schweden)

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© 2020 Exploring the world

Thema von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: