Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Kerry Cliffs

An sich soll Irland, also die ganze Insel mitsamt Nordirland, gerade mal doppelt so gross sein wie die Schweiz plus ein paar zerquetschte Quadratkilometer, aber irgendwie spulen wir uns hier einen ab, dass es nicht mehr normal ist. Muss wohl an der Kartenprojektion liegen, welche gegen Kartenrand ja bekanntlich grösser ist als in der Mitte. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir derzeit keine Bucht aussen vor lassen. Das hat sich heute auch sehr gelohnt. Die Landschaft ist eine Wucht, die Brandungen sind es auch. Wenn Du nicht gerade Delfin oder mindestens Papageientaucher bist, gehst Du hier wohl besser nicht schwimmen. Wasserleichen geben ja bekanntlich kein schickliches Bild ab … wobei – ob bei der Brandung von einem überhaupt noch viel übrig … aber, nun gut, lassen wir das. 

Karge Landschaft auf dem Ring of Kerry

Eng, kurvig und steil – unterwegs auf dem Ring of Skellig

Trotz Sturmböen muss ein Selfie sein

Also blieben wir mehr so an Land und bestiegen die Klippen. Die Kerry Cliffs sind der Wahnsinn. Wir warfen alles an Kleidern über, was wir hatten und Goretex-Kapuze noch über die Wintermütze drüber. Was hier nicht niet- und nagelfest ist, wird vom Wind, oder wohl eher von den Orkanböen über die Klippe geworfen. Teilweise wurden wir vom Luft sogar die Klippe hinaufgeschoben. Bremsen beim Hochgehen, so etwas habe ich nun gewiss noch nie erlebt. Und wie sich die Brandung unten gegen die Klippen wirft. Phänomenal. Ein paar Kilometer draussen im Meer liegen die Skellig Islands, zwei schier unwirklich aus dem Meer ragende Felseninseln. Diese müssen einige Leute im frühen Mittelalter bereits dermassen beeindruckt haben, dass sie sich ein Einsiedlerleben auf diesen angetan haben. Aber auch andere haben sich auf Skellig Michael als Eremit geübt, beispielsweise der alternde Luke Skywalker auf dem Planeten Ahch-to im Star Wars Film „The Force Awakens“, dem gefühlt hundertsten Film der Serie. Sorry, Star Wars Fans, no hard feelings, aber das musste jetzt einfach sein. Die Skellig Islands, also die auf der Erde und nicht die auf Ahch-to, sind UNESCO-Weltkulturerbe und solche üben auf mich eine Anziehungskraft aus, wie auf andere Leute Lady Gaga oder Rex Gildo oder wer auch immer. Aber die Dinger liegen eben einige Kilometer draussen im Meer, also nicht Lagy Gaga und Rex Gildo, letzterer liegt auch, jedoch 6 Feet under, sondern eben die Skellig Islands, die See ist rau und ich bin erfahrungsgemäss eben nicht gerade hochseetauglich und so liessen wir es dabei bewenden.

Skellig Michael

Stone Fort – eisenzeitliche Baukunst

Aber Irland hat auch an die Landratten gedacht und hält für eben solchige Einiges auf festem Grund bereit. In der Bronze- und Eisenzeit machten sie hier nicht nur in Steinkreisen, sondern auch in ziemlich fulminanten, steinernen Rundfestungen, Stone Forts genannt. Wir kennen natürlich die Bauten der Römer, Nabatäer, Ägypter oder anderer Hochkulturen, aber solche Zeugnisse einer Kultur, die keine Schrift hinterlassen hat, sind doch sehr speziell. Wir standen also staunend in dem ausgezeichnet erhaltenen Staigue Stone Fort, 700 Quadratmeter Innenfläche, umgeben von einer vier Meter dicken und mehrere Meter hohen perfekt kreisrunden Steinmauer. Die Mauer besteht ausschliesslich aus geschichteten Steinen, kein Mörtel, nichts. Und das Bauwerk hat so 2500 Jahre der rohen Natur getrotzt. Und wir mitten drin, umgeben von einer kargen Berglandschaft, alleine, Ruhe. Nur der Wind pfiff über die Mauern hinweg. Irland – welch ein herrliches Land.

Perfekte Befestigungsanlage im Stone Fort

Ein weiteres Stone Fort

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