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Stefan & Steffu's travels

Carraig Phádraig

Die Iren wirken gelassen, stets gut gelaunt und scheinen immer für einen Schwatz zu haben. Das Wetter ist in dem Land ein stets beliebtes Thema. Der Landlord des B‘n‘B meinte beispielsweise, dass das Wetter stets gut sei und stellte uns zwei Gratiseintritte für den Rock of Cashel aus.

Die Ruinen auf dem Rock of Cashel sind atemberaubend

Mittelalterlicher Geschichtsausdruck beim Erhalt der Steuerrechnung

Der Rock of Cashel war einst Wohnsitz von Elfen und Feen und wurde als mystisch verehrt. Bereits im 4. Jahrhundert eroberte der Clan der Eoghanachta, aus denen die späteren MacCartys hervorgingen, den Felsen. Danach war er Sitz der Könige von Munster. Saint Patrick machte die Fesrung im 5. Jahrhundert zum Bischoffssitz. Die Festung wurde erobert, verschenkt, umgebaut und wieder erobert. Derweil ich diese Zeilen in Cork schreibe, stelle ich einem etwas amorphen Gefühl folgend fest, dass ich über den Carraig Phádraig, wie der Rock of Cashel in Gälisch heisst, eigentlich gar nicht schreiben mag. Der Grund dafür ist nicht, dass er nicht interessant wäre oder zu wenig hergäbe, Saint Patrick behüte. Ich stelle einfach fest, dass meine Worte, wie umsichtig sie auch gewählt sein mögen, diesem Monument nie gerecht werden können. Also lassen wir doch einfach die Bilder sprechen.

Die romanische Kirche links wurde um 1130 erbaut
Ruine der Kathedrale mit beeindruckenden Dimensionen
Grabkreuz vor dem Rundturm des Rock of Cashels

So ruhig und erhaben Carraig Phádraig auf dem Felsen auch tronen mag, so unerwartet unterhaltsam wuselig geht es darein vor. Dies ist den vielen rechteckigen Löchern dessen Mauern geschuldet, denn offenbar sind diese genau von der Grösse Typ Wohnung brütender Dohlen. Niedlich, wie sich diese paarweise in deren Hauseingängen aneinanderkuscheln und interessiert die Touristen in Augenschein nehmen. Da lohnt es sich schon mal das Teleobjektiv auf die Kamera zu schrauben.

Der Rock of Cashel ist auch heute noch bewohnt

The Linen Weaver in Cork

Also fuhren wir nach dem etwa 100 km entfernten Cork. Ich wurde gefragt, ob die Leute hier alle rote Haare hätten. Das haben sie zwar nicht, aber es ist schon auffällig, wie viele Irinnen – und auch Iren – rothaarig sind. Das ist vor allem darum auch interessant, da die dafür verantwortlichen Gensequenzen rezessiv sind, also jeweils von beiden Elternteilen weitergegeben werden müssen, sonst ist nix mit roten Haaren der Youngsters. Allerdings fällt noch etwas anderes auf. Trainerhosen. Überall. Die Leute bringen es und gehen in Trainerhosen umher. Ausser diejenigen, welche bei knapp 8 Grad in kurzen Hosen um die Häuser ziehen. Was soll man da sagen? Da darf man den Grundsatz „No brown in town“ wohl getrost über Bord werfen und in der Tat trage ich in Cork gerade braune Halbschuhe, das jedoch nur als Randbemerkung. Aber zurück zu den Trainerhosen. Wir erinnern uns an das unsterbliche Zitat unseres lieben und erst kürzlich von uns gegangenen Karl Lagerfeld: „Wer Trainerhosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Wenn das wahr ist, dann ist nicht auszumalen, was das für dieses Land bedeuten könnte. Aber Lagerfeld war ja Modeschöpfer und Katzenfreund, nicht aber Orakel und so lassen wir die Iren Iren sein und Lagerfeld … nunja.

In den Strassen von Cork

In einem Markt in Cork

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Thema von Anders Norén

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