Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Cameron Highlands

Gestern Abend hatte sich über Georgetown ein Gewitter entladen, das sich gewaschen hatte. Es schüttete wie aus Kübeln. Ich mag Geräusche und Stimmung von Starkregen. Wahrscheinlich aber wäre ich nicht ganz so entspannt gewesen, hätte ich gewusst, dass ich beim Abstellen des Wagens im Hinterhof das Beifahrerfenster komplett geöffnet liess …

Dystopia: Bausünden inmitten üppiger Vegetation

15:45 Uhr, Brinchang, Cameron Highlands: Was für ein himmeltrauriger Ort. Sieht aus wie eine missratene Version von Gstaad oder so. Eine Hauptstrasse und rund herum Betonruinen und eine Grossbaustelle direkt vor unserem Hotelzimmer. Wir können also vom Zimmer aus Baustellentourismus betreiben. Und Alles ist feucht. Sogar die Bettwäsche in unserem Hotelzimmer ist feucht. Aber da darf man niemanden einen Vorwurf machen wegen, das liegt am Klima hier in den wolkenverhangenen Bergen. Es regnet alle fünf Minuten und das heftig und wenn es mal nicht regnet, dann schaut die Sonne wohl bloss nach, wo sie als nächstes wieder hinstrullern könnte. Dafür sind die Temperaturen mild. Erstmals seit wir dieses Land betreten haben. Aber der Reihe nach.

Erwartungsgemäss war der Abschied im Yeng Keng Hotel heute Morgen herzlich. Zwei Meter vor unserem Nissan stellte ich dann aber eben fest, dass es besser gewesen wäre, das Fenster nicht sperrangelweit offen zu lassen. Sofort kamen mir Gewitter und Wolkenbruch in den Sinn. Von allen Abenden habe ich mir den besten für eine solche Unterlassung ausgesucht. Ich Aff. Autotüre auf, immerhin entleerte sich nicht gerade ein Schwimmbecken über mich. Eine ordentliche Pfütze hatte es allerdings schon, aber keine Fische drin. Boden nass, Beifahrersitz vollgesogen wie ein Schwamm, Ablagefächer wie kleine Aquarien, Lautsprecher unter Wasser. Yess, so macht das Freude. Wir also zurück ins Hotel mal ein Frotteetuch holen. Unser netter Concierge kam gleich helfen. Stefan entschloss sich dann, heute für einmal im Fond Platz zu nehmen. Die Klimaanlage führten wir heute einem neuen Zweck zu, nämlich dem eines Bautrockners.

Erdbeeren sind hier der Verkaufsschlager

Nach rund 200 Kilometern verliessen wir bei Ipoh die Autobahn und begannen an Marmorsteinbrüchen vorbeifahrend mit dem Aufstieg in Richtung Cameron Highlands. Bevor wir diese erreichten, hatten wir aber das Blue Valley zu durchfahren. Diese zentralen Höhen sind bekannt für die Agrarwirtschaft. Vor allem sind sie stolz auf ihre Erdbeeren. Während unserer Reise haben wir unzählige Autos gesehen, welche Stofferdbeeren hinten auf der Hutablage liegen hatten. Das geht in Ordnung, weil wer trägt heute noch Hut. Auch hier nicht. Oben angelangt, wollten wir diese famous Strawberries auch verkosten und taten uns darum ein Körbchen auf. Die Erdbeeren waren sehr rot. Das war schön, war es dann aber auch. Also wegen Erdbeeren braucht niemand nach Malaysia fahren.

Teeplantage der Firma BOH

Teeanbau ist noch viel Handarbeit

Teebäume werden etwa 100 Jahre alt

Mit dieser Maschine wurden die Teeblätter gerollt und geknickt

Also weiter nach den Cameron Highlands. Diese sind bekannt für den Teeanbau und in der Tat kann man das Teeanbaugebiet gar nicht verfehlen, weil sich die Hügel plötzlich im saftigen Grün der Teebäumchen offenbaren. Schade, dass das Teehaus der Plantagebesitzer „due to maintenance“ geschlossen hatte. Ich hätte gerne einen Cappuccino getrunken. Nachdem wir den halben Teeladen aufgekauft hatten, durften wir noch einen kurzen Rundgang durch die Fabrik machen, in welcher den Teeinteressierten der Herstellungsprozess von Tee näher gebracht wurde. Viel zu sehen gab es aber nicht, der Tee fermentierte vor sich her.

16.00 Uhr – Mittagessen ultraspät

Mal regnet’s, mal nicht und dann doch wieder

Nun sitzen wir eben in dem traurigen Brinchang. Nicht, dass wir falsch geplant hätten, es gibt hier heroben einfach nichts Schöneres und Kuala Lumpur ist nochmals 200 km entfernt und da waren wir ja auch schon. Weil unterdessen Mitte Nachmittag und hungrig, gingen wir schirmbewehrt auf die Pirsch. Drei Wolkenbrüche später wurden wir fündig. Wir waren die beiden einzigen Gäste und der Beizer und sein Angestellter machten einen etwas luschen Eindruck. Haben wohl etwas viel von den Abgasen der Hauptstrasse abbekommen. Das Essen war dann aber ausgezeichnet und auch der chinesische Grüntee einwandfrei. Es muss das chinesische Jahr des Hundes sein. Nicht, weil sich ein solcher unter die Theke des Restaurants verzogen uns sich dort unsichtbar gemacht hat, sondern, weil zwei Hundefiguren im Eingang aufgehängt waren. Im Yeng Keng Hotel hatten sie auf dem dunklen Holzbistrotisch auch einen Stoffhund stehen, der nicht so recht ins Gesamtbild passen wollte.

Sicht auf Baustelle, passt!

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