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Stefan & Steffu's travels

Caracol

Mitten im Urwald Yucatans lassen steinernen Ruinen und Tempel die Namen Tikal, Calakmul und Caracol bis in unsere Zeit nachklingen. Wie die morgendlichen Nebel erheben sie sich über die Baumwipfel des Regenwaldes, doch löst sich die Erinnerung an ihre epische Geschichte langsam auf. Von diesen drei Grossmächten, die vor rund 1400 Jahren das Schicksal Mittelamerikas prägten, durften wir heute die einstige Maya-Stätte Caracol besuchen.

Morgendliche Nebelschwaden über dem Urwald

Und erneut sollte Cippi unser Guide sein. Um halb Acht standen er, wir, Felipe, der Tourenchef des Ressorts, und ein V8 Geländewagen bereit für die Expedition zum sagenumwobenen Caracol. Schon rasch endete die asphaltierte Strasse und die folgenden zwei Stunden Fahrt sollten ein Test unserer Bandscheiben sein. Erinnerungen an unsere Fahrt über den Mereenie-Loop wurden wieder wach.

Eindrucksvolle Dimensionen

Als erstes liefen wir die Rio Frio Cave an. Ich dachte mir noch, ‚o.K., eine Höhle ist sicher nett‘, aber dann blieb mir der Mund offen stehen. Solch einen Schlund haben wir noch nie gesehen. Die Dimensionen dieser Höhle sind schlicht gigantisch, der Versuch diese nach beiden Seiten offene Höhle näher zu beschreiben, würde ihr kaum gerecht und auch Bilder lassen die Eindrücke lediglich erahnen.

Die Natur als Baumeisterin – ein Garant für atemberaubende Schönheit

Regensicherer Strand im Innern des Höhlen- oder besser Tunnelsystems

Wundervolle Sinterterrassen

Durch den Besuch der Höhle etwas in Verzug geraten, verpassten wir den bewaffneten Geleitschutz der Armee nach Caracol. Unser sonst sehr gesprächige Guide war merkwürdig schweigsam geworden und drückte auf die Tube, was der Wagen und die Strassenverhältnisse zuliessen. Der Konvoi war offenbar wegen der Nähe zu Guatemala nötig, oder wie es Cippi gestern schon formuliert hatte: „They have issues“ (dort gibt es Probleme).

Einmal nicht aus Fieberglas – echtes Krokodil beim Sonnenbad

Nach der Überquerung des krokodilgeschmückten Flusses wechselte die Vegetation urplötzlich ihr Gesicht. Der Fichtenwald wich dem dichten Regenwald. Gleich blieben lediglich die Kiesstrasse und der wilde Galopp.

Hier tummelten sich einst über 100’000 Mayas

Früher Maya-Metropole heute undurchdringlicher Urwald

Unser Guide Cippi beantwortet gerne Fragen

In Caracol angekommen konnten wir die praktisch menschenleere Maya-Stätte Oxhuitza, wie sie von den Maya eigentlich bezeichnet wurde, bewundern. Einst eine grosse Metropole mit über 100’000 Einwohnern, liegt heute Vieles überwuchert und vergessen da, grosse Teile davon harren wissenschaftlicher Ausgrabung.

Dass diese noch im Gang sind, sahen wir an der Baracken-Siedlung der University of Nevada Las Vegas, die sich offenbar auf einen neuen Feldkurs von Prof. Chase vorbereitete.
 Caracol war einst ein mächtiges Maya-Zentrum, dass mit Calakmul und Tikal um die Vorherrschaft in der Region kämpfte.

Facebook anno Maya-Zeit

Die blutigen Kriege und Intrigen sind heute dank der erst in den letzten Jahren entschlüsselten Maya-Schrift wieder historisch bekannt. Die Heiligtümer waren einst Priestern und Fürsten vorbehalten. Die Tatsache, dass zuoberst auf dem Himmelspalast Caana exakt mittig das Grab einer Frau gefunden wurde, gibt Rätsel auf. Es ist bisher das einzige solche Grab der Maya-Kultur.

Grabstein des einzigen Königinnen-Grabs der Maya

Antike Artefakte, reich an mystisch anmutenden Maya-Schriftzeichen sind vorzufinden, ohne dass diese mit Tafeln versehen, abgesperrt oder hinter Glas lägen. Es gibt sie also noch, unberührte kulturhistorische Schätze. Schön, dass wir heute daran teilhaben durften.

Einige Paläste und Kultstätten harren noch der archäologischen Untersuchung aus

Jööh, zum Anfassen

Beim Checkpoint Caracols hatte es, wie wir von der Hinfahrt wussten, Hundewelpen, da war für mich natürlich kein Durchkommen ohne ausgiebiges Knuddeln. Nach fünf Minuten purer Verzückung, tauchte dann die Hundemutter auf. Dies stellte jedoch kein Problem dar, da ich diese bei der Hinfahrt bereits streichelte und sie sich offenbar daran erinnerte. Lustig, wie sie ihrerseits die Welpen stillte und sich gleichzeitig von mir kraulen lassen wollte.

Beim Militärposten hat eine Hündin viele Mäuler zum Säugen

Um uns von der Hitze im Urwald etwas abkühlen zu können, hielten wir noch einen kurzen Moment beim Rio on Pool an, wo ein Fluss sich über Granitfelsen schlängelt und verschiedene kleine Wasserfälle und Becken zum Baden einluden. Leider hatten wir keine Badesachen dabei, doch zum Fussbad rechte es allemal.

Rio on Pool – Erfrischung willkommen

Zurück in San Ignacio, bereits in Sichtnähe des Hotels, verreckte der Wagen final. Da war nichts mehr zu machen. Gut, dass das hier und nicht im Nirgendwo ohne Mobilfunkempfang geschah. Bei der Verabschiedung am Abend meinte Cippi, dass jemand dafür Sorge trug, zeigte gen Himmel und entschwand aus unserem Leben.

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2 Kommentare

  1. 🐙i 29. Januar 2017

    Einisch meh ganz tolli Böuder ond enteressanti Biiträg – danke för die schöni Bettlektüre 😘 bes glii ond hends guet

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