Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Roter Drache mit Schnabelschuhnase

Heute sollten wir den Schäferhund wiedersehen.

25%! Das ist nun also wirklich zu steil mit dem Malibu

Eine Steigung ist vergleichbar mit einer Horizontalen, einfach um den Unterschied, dass potenzielle ohne weiteres in kinetische Energie umgesetzt werden kann. Die Bergstrasse zeigte 25% Gefälle an. Runter käme Malibu bestimmt, alas müsste er auch wieder rauf. An der Kraft täte es in keiner Weise mangeln, aber irgendwann reicht die Haftung der Pneus nicht mehr, diese auf den Boden zu kriegen. Im Rückwärtsgang wieder hoch ginge, aber das macht über eine längere Strecke wenig Freude und angefaucht wurden wir heute auch schon. Wer kein Mut hat eine solche Fahrt zu wagen und dennoch runter auf einen Kaffee will, der hat halt Hasenfüsse, welche ihn zu tragen haben. Wieder oben waren wir nasser als die Eiskaffees, welche wir unten getrunken haben. Beim Aufstieg glaubten wir durch die Wüste Gobi zu wandern, die Bewohner in den uns entgegenkommenden Wohnzimmern auf vier Rädern hatten Klima und wurden Zeugen zweier ihnen entgegenkommenden Wanderern ohne Hemden. Deren weisse Bäuche müssen in der Sonne geblendet haben.

Runter geht’s locker. Leider reicht die Abkühlung mit Eiskaffee nicht beim wieder Hochwandern

Nun haben wir wieder Aus- und Malibu Meersicht. Die Lage der Aberafon Camping Site ist dermassen schön, dass wir spontan beschlossen zwei Nächte zu bleiben. Quasi als Kirsche auf dem Köttbullar gibt es einen Standabschnitt exklusive dazu und das für … na, wieviele £ kostet der Platz eigentlich? Wir werden es erfahren.

Sogar unser Malibu geniesst die Aussicht

Auf dem Campingplatz steuerte ein Schäferhund auf uns zu, Frauchen im Schlepptau. Ich erkannte die beiden sofort wieder und tat das also kund. Und so kamen wir ins Gespräch. Der belgische Schäfer leckte mir die Hand ab. Ich schob das sich manifestierende Bild des kotzenden Hundes beiseite. Auch verzichtete ich darauf, Tor – sie stellte sich uns so vor; Tor für VicTORia – zu erklären, dass ihr Hund es schon auf unseren Blog geschafft hätte.

Kurzer Zwischenhalt an der Spitze der Lleyn Halbinsel in Aberdaron

Der Hund ist zwölfeinhalb, hat keine Hüftdysplasie (ich habe danach gefragt) und wollte unbedingt an den Strand. Frauchen Tor wollte allerdings plaudern und also winselte der Hund. Immerhin reiherte er nicht auf unsere Matte und dafür waren wir dankbar. Am Abend werde ich dem Hund etwas von unserer mitgebrachten Cervelat darreichen, diese Wurst kennt er bestimmt noch nicht.

Erste Reihe für den Sonnenuntergang

Wir sitzen unter der Markise des Malibu, die See im Blick und einen angenehm erfrischenden Luft von hinten, in den Gläsern eisgekühltes Strawberry & Lime Cider. Das Leben ist nicht nur schlecht. Auf unserem Gartentisch wehen zwei walisische Flaggen im Wind. Wir sind jetzt Waliser. Die walisische Flagge sieht aus wie die des Kanton Waadt, einfach ohne güldene Schrift, dafür mit einem roten Drachen drauf. Der Drache hat einen Ringelschwanz, die Pranken eines Greiffs und eine Nase wie ein mittelalterlicher Schnabelschuh. Die Nase fasziniert mich. Seine rechte vordere Tatze hat er wie zum Grusse erhoben, vielleicht auch um irgendeinen Feind zu erschlagen. Man weiss das nicht so genau. Wer kam eigentlich darauf dem Drachen eine Nase wie ein Schnabelschuh zu verpassen? Die Zunge des Drachens ist gleich einer Pfeilspitze. Also nicht gespalten, wie die einer Schlange, sondern eben Pfeilspitze. Eine gespaltene Zunge kann evolutionär und bei Goths ja Sinn machen, aber eine pfeilförmige? Aber vermutlich betrachte ich das zu sehr logisch und zu wenig mythisch aufgeladen. Da ist das Wappen des Kantons Waadt eindeutiger: Liberté et Patrie. Viel muss da nicht nachgedacht werden, die Botschaft ist ja klar abgefasst. Einfach auf Welsch halt, aber das ist noch so nachvollziehbar. Aber eine Schnabelschuhnase? Quelle folie?!

Croeso i Cymru

Heute Abend werde ich ein Filet auf den Grill tun. Unterdessen klappt die Filetgeschichte ganz gut, das Geheimnis liegt in der Ruhezeit. Um das noch besser im Griff zu haben, bräuchte ich ein Fleischthermometer. Habe ich aber keines dabei. Nur ein Manometer, was bei Reifenpannen – touch wood – zum Einsatz käme. Vielleicht stecke ich dieses in das Filet. Vieviel Bar Druck benötigt ein Filet, damit es a point kommt? Und wieso zum Teufel hat das walisische Wappentier eine Schnauze wie ein Schnabelschuh? Klar ist jedenfalls, dass es sich dabei nicht um einen Schäferhund handelt. Die haben nämlich keine Schnabelschuhnase. Dafür kotzen Drachen nicht.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© 2026 Exploring the world

Thema von Anders Norén