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Stefan & Steffu's travels

Ausrutschen geht nicht nur auf Hundescheisse

Heute Nachmittag lag ich wie ein Seestern auf dem Bett. Auf meinen Körper zwei Ventilatoren gerichtet, auf mir drauf das nasse Waffeltuch. Als ich mir das einer Idee folgend auf den Kopf legte, kam das Hirn etwas Zeitversetzt zumindest so auf Touren, dass Lesen möglich wurde. Zumindest, wenn sich die Augen dabei nicht zu rasch bewegten.

Man traut seinen Augen kaum: Ebbe und Flut sind immer wieder faszinierend

Man soll nicht immerfort über das Wetter schreiben. Aber das fällt bei den Temperaturen schwer. Genau so, wie das denken. Wir stehen mittig auf einer riesigen Wiese, natürlicher Schatten lässt sich nur mit dem Fernglas ausmachen. In der Not kam uns zumindest die Idee, die Markise so auszufahren, dass sich Malibu auf vier Metern fünfzig oder so selber Schatten spenden kann. Das nützt tatsächlich – wir haben um 18:40 Uhr nun nur noch 33° im Van. Nun geht mit Unterstützung der beiden Ventilatoren sogar Blogschreiben. Zumindest in Form von Populärliteratur. Also Rilke gibt das heute nicht. Aber das muss ja auch nicht unbedingt. Oder Goethe. Der reiste ja auch viel.

Eine Burg in der Burg

Kidwelly Castle diente als Kulisse von Monty Python and the Holy Grail. Wie Caerphilly Castle besteht die Burg aus zwei nachgelagerten Verteidigungsanlagen plus Graben. Dabei steht sie viel kompakter und wirkt dadurch sehr bullig. Sie habe unter anderem den Festungsbau der Kreuzzüge in Palästina übernommen. Beim Besuch wähnten wir uns auch eher in der Kreuzfahrerburg al-Karak an der östlichen Flanke von Jerusalem, denn in Wales. Fehlte nur noch, dass Salah ad-Din mit seinem Belagerungsheer vor der Burg auftauchte. Spätestens dann wäre es wegen der hitzeinduzierten Halluzinationen an der Zeit gewesen uns in Richtung der Hebridenabzusetzen. Wenn uns Saladin denn freies Geleit gewährt hätte.

Den Eseln ist es auch zu heiss

Beim kurzen Gang durch die am Fusse der Burg gelegenen Ortschaft nahm ich kritisches Augenmass am steinernen Torbogen und versuchte abzuschätzen, ob der kastenförmige Malibu unter dem gotischen Spitzbogen durchgehen würde. Noch beim Einschätzen kam ich mit meinem linken Flip-Flop dermassen ins Rutschen, dass ich schon fürchtete auf die Schnauze zu fliegen. Schon interessant, wie der analytische Teil des Gehirns noch während der Arbeit des Stammhirns am Wiederfinden des Gleichgewichts auf Hundescheisse schloss. Aber auf einen ordentlichen Haufen, weil so rasch rutscht man ja dann auch wieder nicht. Das Befreien der Sohle von Hundehinterlassenschaften sollte sich jedoch nicht als nötig erweisen. Ich rutschte auf einem toten Vogel aus. Das Gehirn begann umgehend wieder mit der Arbeit, diesmal bei sehr raschem und sehr akutem Verdrängen. Ich begab mich für eine Minute in Steffu‘s Happy Wonderland.

Steffu’s Happy Wonderland?

In der Nähe geht hier die Fähre nach Irland ab. Aber dort könnte es auch heiss sein. Ich schlug vor, die Fähre nach Island zu nehmen. Die Gedanken kleben. Grossbritannien war das bevorzugte Weinanbaugebiet der Römer. Ich beginne allmählich zu verstehen wieso.

Die Küste des Pembrokeshire lädt zu einer Abkühlung im Meer bei Freshwater East ein

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