Abends wurde uns eine Hütte mit über dem Bett angebrachten und beheizten Panoramafenstern gereicht. Es schneite. Wir dachten uns, naja, dachten wir, ist sicher dennoch lustig und machten einen Spielfilm auf das iPad. Stürmischer Wind zog auf. Eine Viertelstunde später und der Himmel war sternenklar. Danach dauerte es noch einige Minuten bis erneut Nordlichter aufgelegt wurden. Das glaube uns keiner, sagten wir zueinander, als wir uns von der finnischen Hütte in die eisig kalte Nacht begaben, um dem Naturschauspiel in angemessener Kulisse beizuwohnen. Etwas wie Rührung begann wieder Macht über uns zu gewinnen. Wir erinnerten uns der Aussage von Katja, wonach Leute schon dreifach angereist kamen und nie hätten Nordlichter sehen können. Uns wurde einmal wieder ein Mehr an Glück als an Verstand zuteil. Aber wohlan, wegschauen kann dann die Idee doch nicht sein.
Die lodernd, grünen Flammen tanzen erneut am Himmel
Von geringerer kosmisch-idyllischer Abgerührtheit sollte es dann am hernach folgenden Morgen weitergehen. Wie muskulös fiese Alien-Insekten kauerte ein halbes Dutzend Schneemobile für uns im weissen Kalt bereit. Eine kurze Einführung später – interessierte nicht, her mit dem Gefährt – bretterten wir auch schon los und das nicht zu knapp.
Es zieht sich warm an, wer mit dem Schneemobil durch die Landschaft brettern will
Als Ex-Motorradfahrer habe ich bis ins Mark verinnerlicht, dass Rutschen ganz fest Scheisse ist. Den Gedanken musst Du tief in einen abseitigen Stirnlappen verdrängen, am Gas drehen und hoffen, dass alles gut geht. Es ging tatsächlich alles gut, aber dass sich heute niemand das Genick brach, grenzt dennoch an ein Wunder.
Fischers Fritz fischt eiskalte Fische
Schneemobil fahren kann man machen, aber Schlittenhunde und Hundeschlitten waren uns viel sympathischer. Und tatsächlich sollten wir unseren befellnasten Freunden mittags wieder begegnen. Einige Hunde kannten wir von vorgestern, andere noch nicht. Geschmust haben wir mit fast allen und so blieben wir den ganzen Mittag über draussen bei den Hunden, währenddem sich alle anderen in der Hütte mit der offenen Feuerstelle verkrochen. Auf diese Weise muss unsere Wäsche heute Abend auch nicht mehr notgewaschen werden, um zu verhindern, dass anschliessend alles nach Rauch stinkt wie ein schwer abgefackeltes Haus.
Lieber auf vier Pfoten als mit Raupenantrieb unterwegs
Ah ja, Eisfischen waren wir auch noch. Pro forma haben wir ein Loch gebohrt und während knapp fünfzehn Alibiminuten so getan, als fischten wir. Die Fische unterliessen das Anbeissen und wir sie wieder in Ruhe. Die Fische und wir verstanden uns.



















