Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Taah Enâmeh láá mii Párnááh

Als wir vor 2615 Tagen letztmals in Inari waren, war Sommer und wir landeten mit dem Malibu an. Von Norden. Das verursacht mir eingedenk der Tatsache, dass wir diesmal mit zwei nicht ganz kurzen Flügen angereist kamen, beim Nachdenken darüber wiederholt einen ordnungsgemässen Kurzschluss im Gehirn. Wer auf einer Reise täglich ein Stück fährt, kommt eben auch voran. Bei den derzeitigen Strassenverhältnissen sind wir allerdings froh, dass wir das Fahren den Finnen überlassen können. Die sind das mehr gewohnt als wir ansonsten auch einigermassen winterfesten Schweizer. Aber viele Winter im engeren Sinne wird es ohnehin nicht mehr geben. Das einzige Eis, das wir dereinst noch sehen werden, wird das in den Drinks unserer Pop-up-Bars sein. Was uns thematisch zu den Samen führt. Nicht, dass diese bekannt dafür wären besonders gute Drinks zu mixen.

Lappland im Winter: Rentiere haben Vortritt

Das einst nomadische Volk der Samen hatte das Prinzip des nachhaltigen Lebens lange verinnerlicht, bevor wir den Begriff Nachhaltigkeit als Feigenblatt für unser schlechtes Gewissens in Beschlag genommen haben, ohne dass wir dabei in die Verlegenheit kämen, danach handeln zu müssen. Die Samen machten das besser als wir. Davon zeugt das samische Museum in Inari, welches wir heute besuchten. Der Titel dieses Beitrags ist Samisch und bedeutet Das Land sind unsere Kinder.

Einblick in die samische Kultur: Siida Museum in Inari

Unser Guide gab sich alle erdenkliche Mühe und erzählte leidenschaftlich, aber irgendwie kickt es nicht so richtig, wenn dir ein Italiener die samische Kultur näher zu bringen versucht. Ein Same wäre da besser gekommen, das schleckt kein Rentier weg. Also beschlossen wir, uns das Museum möglichst in Eigenregie zu geben, was kein Problem war, da die beschreibenden Texte auch in Englisch vorhanden sind. Unsere Eigendynamik löste dann wieder beim Italiener Stress aus, weil er hernach überall nach uns suchte, um uns schliesslich im Restaurant zu finden. Seine Sorge zum Ausdruck gegeben, antworteten wir, dass wir um Eins im Restaurant zu sein geheissen wurden und da seien wir. Ma cosa vuoi?

Die wichtigsten Materialien der Samen: Holz und Rentiere

Der Outdoor-Teil des Museumsbesuchs erinnerte dann doch sehr an unser Ballenberg, einfach ohne Ballenberger Würste, dafür mit einem halben Meter Neuschnee. Dank unseres Guides kennen wir nun alle erdenklichen Arten, wie Tiere mit Fallen gefangen werden können – und das ganz ohne den Einsatz von Metall. Holz, so suchen uns biodynamische Sonderpädagoginnen und -pädagogen seit den späten 70-ern beizubringen, sei besser für die geistige Entwicklung. Ich vermute, dass sie dabei nicht unbedingt die hundert möglichen Arten Tiere mit Holz zu erschlagen vor Augen hatten.

Die Rentier-Garage ist leer. Ob der Weihnachtsmann noch Spätzustellungen macht?

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