In unseren Breitengraden laden die Festtage dazu ein, sich ein Fondue Chinoise nach dem anderen einzuverleiben und nach dem Vorweihnachtsstress Stress miteinander beim Verzehr üppiger Speisen zu haben. An Weihnachten wird am meisten gestritten. Das ist statistisch. Man sitzt also zusammen und wünschte sich woanders hin und die intrigante Tante Edith und den lallenden Onkel Kurt auf den Mond. Oder gar sich selber auf den Mond. Weil da ist Ruhe, vor allem auf der Rückseite, fälschlicherweise oft auch die dunkle Seite genannt.
Kein Fondue Chinoise aber ein Cappuccino und ein Ramen an der Center Bar
An den letzten Festtagen versuchten wir das anders und besuchten Thutmosis III. und Ramses II. im Tal der Könige, wir erinnern uns. Das war gut. Weil Reisen ist eigentlich immer besser als fast alles andere. Also wollen wir das wieder tun. Also nicht mehr ins Tal der Könige, da wird sich so viel zwischenzeitlich nicht verändert haben. Das ist nämlich gar nicht das Konzept von ägyptischen Grabanlagen.
Ab nach Finnland
Also musste eine Alternative für die Festtage 25 her. Diese sollte die finnische Arktis sein. Man wollte fast meinen, uns sei es in unseren Gefilden zu wenig kalt und dunkel in dieser Jahreszeit. Tatsächlich kann die Arktis beides besser. Zumindest im Winter. Wer im Sommer in arktischen Regionen dunkel will, muss in die Antarktis. Das wäre auch mal eine Reise, wir wollen das sogleich vermerken. Allerdings wäre eine solche dann doch ein etwas grösseres Unterfangen. Weil in die Arktis kommt man von uns noch mit dem eigenen Auto, Malibu kennt den Weg dahin ganz ordentlich. Letztmals war er mit uns vor gerade mal fünf Monaten da. Und nun reisen wir bereits wieder in die Arktis. Man könnte durchaus versucht sein zu sagen, dass wir wohl einen an der skandinavischen Waffel hätten. Könnte man durchaus so sehen, vermutlich wäre da auch was dran. Aber selbstverständlich geht es uns nicht einfach darum wieder in der Arktis zu sein. Es geht um das kosmische drum herum. Und das geht im Sommer eben nicht, weil die grosse Funzel dann nonstop am Himmel steht und gar nicht mehr untergehen mag. Da versagte auch die ägyptische Mythologie. Im alten Ägypten reiste die Sonne allnächtlich verkörpert durch Gott Re auf der Sonnenbarke durch die Unterwelt. Das wurde als gefährlich eingestuft.
Landung gut – Hotel passt!
ZRH, 11:25: Center Bar – wie könnte es anders sein. Auch unsereiner hat so seine Gewohnheiten. Und zu diesen gehört eben die Center Bar. Eine Flugreise ab ZRH ohne Center Bar geht nicht. Da würde wohl unser Flugzeug abstürzen. Und wenn es etwas gibt, das einem die Weihnachten noch mehr versaut, als die Heilsarmee vor der eigenen Hütte, dann ist das ein Flugzeugabsturz. Da möchte zwar auch Stimmung aufkommen, aber eben keine weihnächtliche. Wobei der HERR seinen Sohn auch gar früh zu sich genommen hat. Aber das war an Ostern. An Weihnachten kam dieser, also letzterer, zur Welt. Mir fällt gerade auf, dass Jesus ein Timing für Festtage hatte. Aber ich beginne von der Bahn abzukommen wie ein trudelnder Airbus, dem ein Flügel fehlt. Vielleicht haben Helikopter darum keine Flügel. Das ist vermutlich sicherer. Ich blicke links zum Fenster raus. Keine Helikopter. Nur Flugzeuge. Edelweiss, swiss, condor, Aegan, you name it. Und alle haben sie zwei Flügel. Also eigentlich vier, aber die hinteren werden ja Höhenleitwerk genannt. Die braucht es auch. Sonst flögen Flugzeuge auf Bodenhöhe und das gäbe dann ein Höllenpuff.




Kurzes Erkunden der Hotel-Umgebung und Genuss einer landestypischen Speise
In Helsinki angekommen war bereits dunkel. Auf diese Weise können wir schon mal etwas üben. Bis zu unserer Rückkehr werden unsere Pupillen wohl Ausmasse derjenigen von Eulen angenommen haben. Na denn gute Nacht. Der Eulen Flug ist geräuschlos.










