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Stefan & Steffu's travels

Le Bunker

Wir wähnten uns heute Morgen eher im Film Jurassic Park denn im Das Boot. Nachdem wir feststellten, dass das ganze Hafengebiet weiträumig eingezäunt ist, begannen wir den Zaun wie die Velociraptoren in Jurassic Park systematisch zu prüfen. Einzig um den Unterschied, dass wir rein wollten und die Raptoren eben raus. Allerdings erreichten weder sie ihr, noch wir unser Ziel. Die Raptoren konnten nicht ausbüxen und wir kamen nicht an den U-Boot-Bunker von La Pallice ran. Der Royal Air Force ging es im 2. Weltkrieg ebenso, wobei diese es von oben versuchte, aber die zwei mal dreieinhalb Meter Stahlbeton hielten dicht. Der U-Boot-Bunker von La Pallice ist seit 80 Jahren nicht mehr im Betrieb, zeigt aber noch immer, wer Chef auf Platz ist – die RAF flog unverrichteter Dinge zurück, die Velociraptoren mussten drin bleiben und wir wieder abziehen.

Der historische U-Boot-Hangar liess sich leider nur umschiffen, da der Hafenbereich eingezäunt ist

Wir blieben jedoch beim Thema und besuchten in der 8 Rue des Dames Le Bunker. Das Ding heisst also tatsächlich so. Eingerichtet wurde er von der 3. U-Boot-Flottille der Kriegsmarine, welche eine schwarze Katze als Emblem hatte. Der Bunker bot dem Kommando Schutz vor Luftangriffen. Nach dem Weltkrieg wurde er vergessen und erst in den 80ern wiederentdeckt. Dessen Bar blieb mitsamt ihrer Einrichtung, dem Täfer und den Freskos intakt erhalten, was ein Glücksfall und einzigartig ist.

Als ob die Zeit eingefroren wäre: Kriegsmarine-Bunker aus dem 2. Weltkrieg

Die deutschen U-Boote waren anfänglich sehr erfolgreich und versenkten hunderte Schiffe der Alliierten. Winston Churchill gestand später, dass der U-Boot-Krieg das einzige gewesen sei, was ihm wirklich Angst gemacht habe. Doch mit den um technische Innovationen hochgerüstete Geleitzüge wendete sich das Blatt. 30‘000 der insgesamt 39‘000 deutschen U-Boot-Seemänner fanden im Meer ihr Grab, 1943 betrug die durchschnittliche Lebenserwartung auf See gerade noch drei Wochen.

Fräulein Simone Strasser aus der Serie „Das Boot“ haben wir beim Bummel durch die Altstadt nicht angetroffen.

Etwas hat sich verändert. Wenn wir bis dato solche Orte besuchten, tauchten wir stets in die Geschichte ein. Heute fühlte es sich zum ersten mal so an, als kehrten die totalitären Zeiten zurück. In unser aller Interesse hoffe ich, dass sich diese Eingebung nicht bestätigen wird.

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