Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

E6

Die E6 ist gleich nach der Route 66 die berühmteste Strasse. Gut, vielleicht abgesehen noch von der Strasse von Hormuz oder der Seidenstrasse. Im Gegensatz zu den anderen genannten, ist sie aber auch sagenumwoben. Schon die Asen sollen sie benutzt haben.

Mal 70, mal 60, mal 50, mal 90, doch meist mit 80 km/h kommt man auf der E6 voran

Mythologen vermuten, dass die Midgardschlange auf die Form der E6 zurückzuführen ist. Und Edvard Grieg schuf gar die auf Henrik Ibsens dramatischem Gedicht basierenden romantischen Peer-Gynt-Suiten, ihr wisst schon, Åses TodAnitras TanzAtemlos durch die Nacht oder das berühmte In der Halle des Bergkönigs – Da-da-dadda Dadda-daa, Dadda-daa, Dadda-daa … gut, im Original kommt das natürlich besser. 

Reiseimpression von unserer Reise von Oslo in den Norden … und ja, das ist Schnee auf den Bergen!

Wer gerne eindimensional unterwegs ist, sich also entlang einer Strecke bewegen mag, wer den Orientierungssinn eines schlaftrunkenen Maulwurfs in einem Labyrinth aus Legosteinen hat und dabei ohne viel denken zu wollen herrlichste Aussichten geboten kriegen will, für den ist die E6 bestens geeignet. Vor allem aber muss gerne fahren, wer sie auf ihrer vollen Länge von mehr als 3000 km vom schwedischen Trelleborg bis nach Kirkenes an der Barentsee durchmessen möchte. Sehr gerne fahren. Sehr, sehr gerne fahren. Gut trifft das auf uns zu und so arbeiten wir uns auf einem langen Stück der allein in Norwegen 2650 km verlaufenden Europastrasse ab.

Wenn die Sonne erbarmungslos auf den Malibu brennt ist ein Bad in einem See willkommen

Bei der Recherche – Zeit genug habe ich auf unserer heutigen Fahrt zwischen Steinkjer,vorbei am Porten til Nord-Norgen und Trofors bis Mosjøen allemal – stiess ich auf folgende neoromantische Ode an die E6, welche mir doch sehr passend und publikationswürdig schien:

«Vorbei an Fjorden, über Fjelle führt die E6 in den hohen Norden.
In die Arktis, zu den Rentieren, nordwärts, nordwärts.
Unsichtbare Elche überqueren sie nachts auf leisen Pfoten.
Neben einer Tankstelle steht ein Troll. Er scheint aus Holz geschaffen.
Jedoch – er lebt. Er beobachtet alles ganz genau.
Nichts entgeht ihm. Ihm, der schon zur Zeit der Asen durch die borealen Wälder streifte.
Nachdenklich betrachtet er die überfahrene Elster. 
Sie ist so flach wie die abgefallene Rinde einer Birke.
Die Rentiere gehen nordwärts, nordwärts.»  

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© 2026 Exploring the world

Thema von Anders Norén