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Stefan & Steffu's travels

Kaum war Schicht im Schacht und der letzte Kumpel suchte den Schlüssel der Mienentüre zu drehen, war auch schon die Plakette der UNESCO montiert und er konnte die Türklinke dem ersten Touristen in die Finger drücken. 

Man könnte meinen, das wir für die Schichtablösung in den Stollen gehen

Um Bronze zu erhalten, musst du Kupfer aus den Gesteinen rauskriegen und diese unter hohen Temperaturen mit Zinn legieren. Zinn kommt dabei nicht an denselben Orten vor wie Kupfer. Also ist Handel mit beiden Metallen vonnöten. Kurz, bei Bronze handelt es sich um eine Errungenschaft, der kulturgeschichtlich gesehen wohl zu Recht eine eigene und die Steinzeit ablösende Epoche gewidmet ist. 

In der Mine scheint die Zeit still zu stehen

Nun wäre der Mensch nicht Mensch, schlüge er sich nicht gerne und ausgiebig die Rübe ein. Manche Historiker vermuten, dass Wohlstand und Armut, die Sklaverei, Kriege und Eroberung mit der Erfindung der Bronze einhergingen. Erst da rechneten sich Aufwand und Verluste der eigenen Peergroup. Die ersten Objekte, welchen ausschliesslich als gegen Menschen gerichtete Waffen dienten, bestanden übrigens aus Bronze. HOMO HOMINI LUPUS.

Risse wurden früher noch mit Feuer im Gestein erzeugt. Heute deuten grüne und blaue Ablagerungen auf die Kupfervorkommen hin

Von der Bronze zurückbuchstabiert zum Kupfer, in der Zeit jedoch mehrere Sprünge in die Neuzeit getan, und beides 1644 norwegisch kombiniert, ergibt das Røros, die einzige Bergbaustadt Norwegens.

Bis 1977 wurde hier während 333 Jahren Kupfererz abgebaut, bis sich das nicht mehr rechnete, aber flink wie ein Grubenkanarienvogel – ja, ich weiss, die kamen beim Kohle- und nicht beim Kupferabbau zum Einsatz, aber als Metapher wird das durchgehen – wurde wie einführend beschrieben vom Bergbau auf Tourismus umgeschaltet. 

Das Kupfer der Minen wurde in Røros verhüttet

Røros ist mit seinen achtzig rund 250 Jahre alten Holzhäusern ein Besuch wert. Morgens um zehn  war es aber bereits so heiss, dass wir fürchten mussten, dass das eine oder das andere Holzhaus sich spontan von selbst entzünden könnte. Also beschlossen wir, einer Tour durch die Miene beizuwohnen. Weil in den Mienen ist es kühler, eigentlich kälter … eigentlich sehr kalt sogar. Genau genommen 4° bei 90% Luftfeuchtigkeit. Da gehst du nicht mit Flipflops rein. Angetan mit dem Faserpelz ging es gerade so, ich war aber froh, dass ich der völligen Absenz von Haaren wegen unter dem Helm vernünftigerweise eine Kappe montiert hatte.

Auch Eichhörnchen gehören offenbar neben den schmucken Holzhäuschen zum Stadtbild

Wieder aus der Miene raus sahen wir aus wie Säue, welche sich zufrieden im Dreck gesuhlt hatten. Draussen war es dann nicht mehr dreckig, dafür wieder sehr heiss. 

Keine Sau, aber Mutterkuh-Haltung

Derweil Malibu abends um acht an der Sonne steht, haben wir uns beim Steinvikholm Slott am Åsenfjorden mit zwei Kissen, Mojitos und unserer Stranddecke in den Schatten von Bäumen gerettet. Wir werden wohl noch etwas bleiben, die Sonne will in diesen Breitengraden fast gar nicht mehr untergehen.

Ein Abend-Bad im Åsenfjord mit Apéro

Epilog: Die Sonne ging schliesslich doch noch unter. Um 22:30 Uhr verschwand sie hinter dem dem Fjord gegenüberliegenden Hügel. Bereits um 4:00 Uhr wird sie wieder aufgehen.

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