!thcerkev sella ,hcsalf sellA. Fast neunzig Stunden sind seit Ferienbeginn vergangen und wir waren noch immer zu Hause. Als wären wir in einem der Träume, wo man Stress hat und nie vorwärts kommt. Mit diesem Verzug haben wir aufs gröbste gegen das für uns geltende vierte Reiseparadigma verstossen. Dieses besagt, dass Reisen unverzüglich anzutreten sind. Nun ist es zwar schon so, dass selbst diesem eng gefasst anmutenden Begriff juristisch betrachtet eine gewisse Spannweite anheimgestellt werden muss. Aber neunzig Stunden gehen definitiv nicht mehr als unverzüglich durch. Nicht einmal mehr als zeitnah. Zeitnah gülte beispielsweise für das Einfinden an Sightseeing-Punkten nach Ankunft an Bestimmungsorten (siebtes Reiseparadigma). Wobei bei diesem noch ein Jetlag-Faktor angelegt werden darf. Im Falle von Irland bespielsweise 1.15 oder bei Malaysia 1.8, letzteres auch weil in östlicher Richtung, da kickt der Jetlag mehr.
Mit den Reiseparadigmen ist das so eine Sache. Aber die erkläre ich dann ein andermal, zumal deren Zahl mit zunehmender Erfahrung ansteigt. In Panama kam so beispielsweise Paradigma #23 dazu, welches besagt, dass flauschig-pelzig anmutende Pflanzenhüllen vielleicht besser nicht befingert werden sollten, weil sich ein vermeintliches Pelzchen bestehend aus tausenden Nadeln herausstellen könnte. Und bis diese wieder aus den Fingerkuppen raus sind. Nicht schön.
Wisst Ihr, was auch nicht schön ist? Die Zahl fünfzig. Die mag ich jetzt offiziell nicht mehr. Wie sang Buddy Guy doch so treffend in seinem Blues-Song Done got old: But now things gone changed and I done got old. I can’t do the things I used to do, ˋcause I’m an old man. Wo der Mann recht hat, hat er recht. Ist Euch übrigens aufgefallen, dass fünfzig und f***! fast gleich tönen? Ich habe nun Trauma.
Aber wir wollen nicht Trübsal hängen lassen und den Kopf blasen. Dann besser reisen. Weil reisen ist eigentlich immer besser. Als fast alles. Jedenfalls für uns. Doch auch beim Reisebeginn ist diesmal alles anders. Ich sage dir, wenn du da mal schräg rein kommst, hört es fast nicht mehr auf. Unsere Reisen müssten nämlich stets zu zweien beginnen (Paradigna #9), Startpunkt beim Umdrehen des Hausschlüssels im Hausschlüsselloch, zuzüglich dreifachem Prüfen, ob die verschlossene Tür auch wirklich abgeschlossen ist … ist der Herd eigentlich ausgeschaltet? Aber heute fuhr ich mit dem Rad alleine los den Malibu holen. Weil es schiffte wie Aff. Es reicht schliesslich, wenn einer seiknass wird. Ich wurde es gleich zweifach, weil ich in der Garage nicht prüfte, ob der Wasserschlauch auch am Stutzen angeschlossen sei. Weil er das sonst immer ist. War er heute aber nicht. Also kriegte ich kaum trocken nach dem Regen gleich eine weitere Dusche ab. Diesmal einfach ohne Schutz von Regenhosen und Mammut-Jacke. Karma f***s you! Da ist es wieder, dieses Wort. Merkwürdig. Aber ich schaute den Wasserstutzen nur ganz kurz böse an und verzichtete auf ein Fluchen. Das macht nämlich auch nicht trockener.


Kaum aus dem Dornröschenschlaf erwacht ist Malibu schon auf der Piste
Stefan in der City abgeholt, bot sich dieser an die erste von vier Fahrschichten zu übernehmen – wir müssen heute siebenhundert Kilometer weit –, damit ich die aufgelaufene Korrespondenz abfrühstücken konnte. Wir waren schon tief in Deutschland und ich noch immer damit beschäftigt, galt es doch vier dutzend Parteien und noch mehr Personen zu schreiben. Aber das ist (mir) wichtig.
Mit Kaffee, Curry-Wurst, Nachrichten beantworten und Blog-Schreiben flitzen die Kilometer so an einem vorbei
Also konnte auch das Blogschreiben erst kurz vor Frankfurt beginnen. Nach’m zweiten Pitstop. Wo sind wir nun eigentlich? Homberg (Ohm). Kennt Ihr das? Ich nicht. Aber da wollen wir auch nicht hin. Wollen nach Hildesheim. Wollen da eine Tür anschauen gehen. Kein Witz. Aber davon sei morgen Kunde getan.






Waltraud Habelitz-Tkotz 15. Juli 2025
Gute Fahrt euch und nachträglich alles Gute zum Geburtstag – welcher Stefan war denn das „Geburtstagskind“? Schöne Tage in Norwegen. Wir werden wohl einstweilen „nur“ in den Nordosten von Deutschland kommen.
Stefan und Steffu 15. Juli 2025 — Autor der Seiten
Liebe Waltraud,
Es ist der Stefan, der auf dem Titelbild am Steuer sitzt 😉.
Vielen Dank für die lieben Grüsse und euch dann eine tolle Zeit im Norden Deutschlands.
Thorsten Kossack 15. Juli 2025
Homberg Ohm, natürlich kenn ich das, Hildesheim auch. Knatter da immer durch wenn ich nach Laatzen, wo ich aufgewachsen bin, zu meinen Erzeugern fahre…
Hildesheimer Börde, dann wirds richtig flach und man kann die Nordsee in 250km ferne fast schon sehen 🙂
Stefan und Steffu 15. Juli 2025 — Autor der Seiten
Sagenhaft 😄, hätte nicht gedacht, dass das jemand kennt – ausser die, welche dort wohnen natürlich.
Wir grüssen in dem Fall die Gegend von Dir!