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Stefan & Steffu's travels

Dinkelsbühl & Rottweil(er)

Dinkelsbühl, einige Stunden und vierzig Kilometer später: Nachdem der Beitrag gestern über Rothenburg ob der Tauber online ging, wurde uns von aufmerksamer und vor allem sachkundiger Leserschaft ein Besuch im nicht weit entfernt gelegenen Dinkelsbühl nahegelegt. Schönen Dank an dieser Stelle aus eben diesem Ort an Waltraud und Rupert. Die Stadt empfängt einem mit einem Schild mit der unmissverständlichen Ansage Schönste Altstadt Deutschlands. Das nennen wir doch mal eine klare Position. Da wird nicht rumgeleiert, wie unsere südteutonische Kultur das täte: Könnte, wenn man beachtet, wobei relativiert werden muss und es liessen sich auch andere Massstäbe ansetzen, oder so ähnlich. Nein. Schönste. Punkt. Daneben ein weiteres, von den Jahren und der Witterung gezeichnetes Schild: Diebe werden gehängt. Willkommen in Burgum Tinkelspuhel. Muss wohl vom Mittelalter her stehen geblieben sein.

Durch das Rothenburger-Tor gelangen wir in die Stadt

Offenbar finden auch andere Wohnmobilfahrende, dass Dinkelsbühl ein Besuch wert sei. Wobei wir nicht zu spät ankamen, wir waren zu früh. Die anderen waren noch und nicht schon da. Aber mit einer guten Rückfahrkamera, nunmehr fünf Jahren Übung, einer Tube Vaseline und unter Zuhilfenahme eines Schuhlöffels war Malibu rasch in einem Felde ausgerichtet. Geht. Passt. Schliesslich steht im Fahrzeugausweis leichter Motorwagen. Ein solcher muss auch in eine Parklücke reingehen.

Fachwerkhäuser und Renaissance-Bauten

Dinkelsbühl ist tatsächlich hübsch. Im Gegensatz zu Rothenburg nicht planmässig angelegt, sondern im innern gewachsen. Das geht natürlich auch. Fachwerkhaus steht an Fachwerkhaus, um an Renaissancebauten anzuschliessen. Mauer rund herum und Türme sowieso. Ententeich im einstigen Graben. Sehr nett alles. Aber eines geht mir grausam auf den Senkel: Derweil ich die letzten beiden Sätze schrieb, fuhren dreiundzwanzig Austos über die Pflästerung an uns vorbei. Und zwar dreiundzwanzig gezählt, nicht bloss gefühlt. Das ist hier ein Verkehr verreckter als in einem Parkhaus vor einem IKEA samstagnachmittags um halb zwei bei Regenwetter. Schade. Sehr schade. Hier musst du dich beim Fotografieren höllisch konzentrieren, sonst fehlst du im Umzug und bist Roadkill.

Schade: ohne Verkehr wäre das Städtchen noch malerischer, aber wohl auch ausgestorbener

Vorgestern musste ich beim Fotografieren eines Jugendstilhauses aufpassen, dass ich nicht auf die Taube stand, welche da noch ganz frisch … aber lassen wir das. Ich lasse vom Autozählen ab und lese lieber noch etwas in der FAZ. «Meine Rassen legen bunte Eier» steht da. Das ist auch schön. Besser als der Artikel «Russland rechtfertigt Angriff auf Sumy» auf der vorangehenden Seite.

Fast so viele Türme wie Fahrzeuge

Tuttlingen sollte der letzte Punkt dieser Reise sein, welchen wir ansteuern. Tuttlingen befindet sich ganz im Süden Baden-Württembergs, ist also schon fast näher an der Schweiz als in Deutschland. 

Wie den Storch, zieht es auch uns weiter…

Korrigendum: Wir fuhren nicht nach Tuttlingen. Ein Schild auf der A81 brachte uns Rottweilzur Anzeige, älteste Stadt Baden-Württembergs, hiess es. Wobei das hier nicht Schild heisst, habe ich nachträglich gelernt, sondern Touristische Unterrichtungstafel – kein Scheiss, die meinen das wirklich so. Säuglingsanfangsnahrung sage ich nur. Fast zeitgleich mit der … Touristischen Unterrichtungstafel sah ich die Stadt zu meiner Linken. Ich bremste hart an um die Ausfahrt noch zu kriegen. Hinter mir ein Hupen, dann ein lautes Krachen. Egal, wir waren bereits auf der Landstrasse nach Rottweil. Dann können wir uns gleich noch so einen Dackel dieser Rasse holen. Der passt auch noch in den Malibu und ab dann steigt in diesen bestimmt keiner mehr rein. Oder danach jedenfalls nicht mehr raus. 1463 schloss sich Rottweil im Rahmen eines befristeten Bündnisses übrigens der Schweizerischen Eidgenossenschaft als Zugewandter Ort an. Die Rottweiler kämpften in der Schlacht bei Murten auch auf deren Seite gegen Karl den Kühnen. Finden wir gut.

Rottweil: nach Zähringer Vorbild gebaut

Unsere diesjährige Frühjahrsreise nach Tschechien wird morgen nach insgesamt 2150 Kilometern  Fahrt enden. Das ist gar nicht soo weit. In 85 Tagen werden wir zu ferneren Landen aufbrechen. Eine solche Distanz wird dann bereits nach gut drei Tagen anliegen. Aber wir sind ja unterwegs zu Hause.

Frohe Ostern

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