Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Nach der Reise ist vor der Reise

Ein kalter Entzug ist möglich. Fährt Crack-Junkies und Alkoholikerinnen bisweilen aber doch sehr in die zittrigen Glieder. Stefan, letzthin zurück aus Finnland, eben erst eingetroffen aus Japan, wollen wir daher sanft entwöhnen. Also kam er vorgestern nachts aus eben besagtem Land der aufgehenden Sonne zurück und wurde alsdann am unmittelbar darauf folgenden sonntäglichen Morgen sogleich wieder in ein Reisemittel verfrachtet. Keine zwei dutzend Stunden, nachdem er nördlich bei Basel in die Schweiz einreiste, spülte es ihn aus dieser im Südwesten bei Genf auch bereits wieder raus.

In Genf muss die richtige Abbiegung kriegen, wer nicht Gefahr laufen will, auf den Large Hadron Collider des CERN einzuspuren und sogleich auf halbe Lichtgeschwindigkeit beschleunigt zu werden. Aber weil Malibu trotz der im Teilchenbeschleuniger zu erwartenden Spaghettifizierung wohl noch immer zu fett wäre, achteten wir darauf, eben nicht den das CERN aufsuchenden Protonen, sondern mehr so den Richtung Frankreich fahrenden Personenkraftwagen zu folgen. Weil besser ist das.

Unterdessen ist Montagmittag um. Stefans Magen sucht mit dem Fertigcurry aus dem Carrefour fertig zu werden. Meiner mit den Sushi aus eben demselben Kaufhaus, diese liegen wie Kühlschrankmagnete in meinem Gastralraum. Und Malibu schliesslich kämpft mit der A75, Clermont-Ferrand im zentralfranzösischen Départements Puy-de-Dôme bereits hinter sich.

Rückblende: Man könnte nicht meinen, dass Stefan der Jetlag-Versehrte von uns beiden sei. Gestern Abend beim Erreichen des Tagesziels Oingt studierte ich im Rückspiegel das Feld hinten rechts des Malibus. Ich wollte mich vergewissern, dass der Hund am Strassenrand unsere Vorbeifahrt auch nach der Hinterachse unbeschadet überstanden hatte. Hatte er. Allerdings erblickte ich Fontänen von Wasser aus der Mitte des Malibus wegfliegen. Mir war sofort klar: Normal ist das auf jeden Fall nicht. Der kausale Grund erschloss sich mir alsdann geschätzte eineinhalb Sekunden später. Ich blöde Kuh musste den Frischwassertankverschluss nach dem Betanken zu Hause in der Garage liegen gelassen haben. Tank voll; check, Düse des Wasserschlauchs fest verschlossen; check, Schlauch wieder aufgerollt; check. Tankverschluss aufgesetzt und abgeschlossen; … hätte ich eben auch checken müssen. Mir war immer schon klar, dass das einmal passieren würde. Aber dass das unbedingt auf einer Reise geschehen und dann erst nach vierhundert Kilometern Fahrt auffallen sollte. Zurückfahren schied als Lösungsoption rasch aus.

Immerhin hat Mann von Welt – seines Zeichens Kind der 80-er und damit bestens Vertraut mit der damaligen Fernsehserie MacGyver – neben Kabelbindern, Ersatzwasserpumpen, Litzen, einem Geigerzähler, Handgranaten und Sekundenkleber immer auch Duct Tape dabei. Es gibt nicht viele Probleme, welche sich nicht mit einem, oder mehrerer dieser Dinge lösen lassen. Und also tat es kreisrund zugeschnittenes Panzerklebeband für einmal als improvisierter Wassertankverschluss. Heute Morgen hatten wir bei Narbonne Accesoires, einem Womo-Geschäft also, Dusel und konnten einen richtigen und sogar ebenfalls abschliessbaren Wassertankdeckel käuflich erwerben. Für 16 €. Problem solved!

Viaduc de Garabit – Erbaut von Gustave Eiffel. Die Verwandtschaft zur vertikalen Version in Form eines Turms ist unschwer zu erkennen.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© 2026 Exploring the world

Thema von Anders Norén