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Stefan & Steffu's travels

Erleben im Nicht-Erleben

Beinahe hätte ich mich sinnbildlich für den heutigen Tag auf das schöne Zitat von Mozart verlegen mögen, welches besagt, dass er heute nichts erlebt habe, was auch schön sei. Zum einen machte ich in diesem Medium schon einmal Gebrauch davon. Zum andern und darüber hinausgehend wäre die Aussage vor allem auf schreckliche Weise unpassend gewesen, weil nicht zutreffend.

Es scheint also beinahe als gäbe es Erleben im Nicht-Erleben. Zwar kann es bekanntlich und spätestens seit Adorno kein richtiges Leben im falschen geben, aber was sagt die Philosophie zum Erleben im Nicht-Erleben? Dem wollte wohl mal in gebührender Weise nachgegangen sein. Aber mich treiben eben praktischere Themen um.

Nachdem die Tücken des mies programmierten Automaten überwunden waren, hiess es Abschied zu nehmen 🥺

Der Plan an sich war gut, ausgewogen, wohl durchdacht. Nur funktionierte er nicht, Pläne haben bisweilen diese anstrengende und die Planenden fordernde Eigenschaft.

Als Simon und ich morgens um Sieben bei den Häsen und Füchsen – wir erinnern uns – den Tag zu begrüssen suchten, schien dieser im Gegensatz zu uns noch nicht zum Aufstehen geneigt. Da jedoch zwei Hähne wie toll geworden um die Wette schrien, mussten Tag und Gare de Rive-de-Gier eben so weit weg nicht sein. Letzterer war nach einigen kriminell engen Begegnungen mit dem uns entgegenkommenden Gegenverkehr – daher rührt die Bezeichnung – rasch erreicht und Simon verabschiedet.

Nun nur noch im Duett mit Malibu unterwegs, war unser Plan, dass wir uns für einmal in aufsuchender Weise auf einem Campingplatz niederlassen wollten, um dort Waschtag zu halten. Der Campingplatz von Mornant machte uns aber einen Strich durch die Rechnung, beschied er uns doch, dass er zehn Tage vor dem im Web recherchierten Datum in die Winterpause verreist sei. Nix Wäsche also – saperlipopette!

Ich war nicht lustig weitere Campingplätze anzusteuern, um dann selbiges wiederholt zu erfahren. Google fragen. Was heisst Wäscherei auf Französisch? Zu faul um nachzuschlagen. Probieren wir es doch einfach mit Laundry und Mornant. Funktionierte sogar. Bei der Laverie l‘Amaryllis sind die Strassen dermassen eng, dass ich den Malibu ausserhalb abstellen musste und einen Berg Wäsche quer durch die Stadt fergte. Aber da die Franzosen bisweilen auch ziemlich schräge Vögel sind, schien ich nicht gross aufzufallen. Wäschereien haben den Vorteil, dass parallel mehrere Maschinen betrieben werden können und also sah man Steffu bald wieder mit einem Berg Wäsche durch den Ort gehen, diesmal allerdings in eine andere Richtung und mit frisch gewaschener und sorgsam gefalteter Wäsche auf den Armen tragend.

Nach dem Waschen blieb auch Zeit für einen Besuch Monants

Da Stefan noch immer in Innsbruck weilt, möchte es scheinen, als würde das Treffen noch in weiterer Zukunft liegen. Aber morgen schon müsste er es Simon genau entgegengesetzt tun, also südlich von Lyon ankommen.

Eigentlich wollten Malibu und ich uns nun lediglich irgendwo gut gedeckt und getarnt in wartender Weise und in einem eben nicht zu sehr abseitigen Fach des Département Rhône auf die Lauer legen, aber es fügte sich, dass wir uns für einen Ort entschieden, der uns unerkannt hübsch aufwartete. Erleben im Nicht-Erleben. Auch schön.

Montagny ist hübsch, eröffnet einen Blick auf Lyon und einen neuen Freund fand ich auch

Im Malibu fühlt es sich wie in einer Waschmaschine an

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