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Stefan & Steffu's travels

Tafelrunde

Wieso England England heisst, haben wir vor zwei Tagen bereits festgestellt. Weshalb die Insel Grossbritannien heisst, wissen wir nun auch, sie ist nämlich verdammt gross. Wir fahren uns einen ab, Malibu steckt hunderte Schlaglöcher weg, teils 110 auf dem Tacho und 70 Meilen pro Stunde unter den Rädern und abends schauen wir auf der Karte nach, wo wir fengs sind und denken Holy Cow, wir haben uns ja gar nicht bewegt.

Eine Schule wie aus Harry Potter – Lancing College gesichtet auf dem Weg nach Winchester

Nach Winchester schafften wir es heute immerhin schon mal. Winchester vermochte uns auf die eine oder andere Weise zu erstaunen. Zuerst stellten wir es uns viel grösser vor, kann der Name doch allgemeinwissend als bekannt vorausgesetzt werden und es handelt sich um die einstige Hauptstadt von Wessex und schliesslich von England mitsamt King‘s Castle und allem was so dazu gehört. Dabei zählt die Stadt heute gerade mal 40‘000 Einwohner, ist also so eine Art Thun. Fühlt sich auch etwas so an. Einfach mit Linksverkehr. Und ohne Berge rund herum.

Trotz heiss-schwülem Wetter lassen wir uns einen Stadtbummel nicht nehmen

Und dann ist hier doch tatsächlich Artus‘ Tafelrunde in The Great Hall montiert. Ich wusste gar nicht, dass es die tatsächlich gibt. Gibt es also. Wir standen direkt darunter. Aber prüfen wir das mal kritisch. Wie bitteschön sollen die Herren Lancelot, Parceval, Mordred und die anderen Brüder daran gesessen haben, wenn das Ding zehn Meter über Boden lotrecht an die Wand genagelt ist? Das geht ja gar nicht. Das wäre in etwa so, wie wenn ich ein Grammophon an die Decke des Malibu schrauben würde. Macht ja irgendwie auch keinen Sinn. Aber die Tafel ist tatsächlich mittelalterlich, zweifelsfrei datiert auf Ende des ausgehenden 13. Jahrhunderts. Dumm nur, dass Artus um das Jahr 500 gelebt haben soll. Here we go – Geschichtsverklärung ist offenbar keine neuzeitliche Erscheinung, sondern funktionierte auch im Mittelalter.

Einst Gerichtssaal: The Great Hall von Winchester

Und plötzlich sind wir Teil der Tafelrunde

In der Stadt ist es kaum mehr auszuhalten. Die Temperaturen fühlen sich an, als wären wir nicht in Englands Westen, sondern in Andalusien. Es ist heiss, es ist düppig, wir fühlen uns wie Fussmatten in einem Taxi.

Fish and Chips am River Itchen, Ruine des Bischofspalast und Kathedrale von Winchester

Wenn man bei der Hitze die Litter-Box mit der Letter-Box verwechselt, kommen die Briefe nie an

Also fuhren wir weiter. Leute, wir haben jetzt den wohl geilsten nicht offiziellen Stellplatz, den es gibt. Feldweg, Wiese, so weit nicht speziell. Aber wenn wir die Schiebetüre offen haben und raus schauen, haben wir voll im Blickfeld – Stonehenge! Direkt vor der Nase. Keine Leute nicht mehr drauf, weil nun Feierabend. Geil. Wenn es dunkel wird, gehen wir dort mal lecker hin. Stonehenge für uns alleine, das ist doch was.

Selbstverständlich gehen wir Stonehenge morgen aber dann noch ordentlich und regelkonform besuchen, so mit Besucher*innenzentrum, Kilbi und allem. Aber davon soll dann im nächsten Beitrag berichtet werden. So long, liebe Leute. Gehabt Euch wohl und träumt schön von König Artus, Excalibur und seinen Mannen von der Tafelrunde.

Der Malibu hat beste Sicht auf Stonehenge

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2 Kommentare

  1. Hans Hodel 13. Juli 2022

    Stonehenge zum Geburtstag zu zweit allein anschauen ist doch ein ziemlich exklusives spezielles Geschenk auf einer ohnehin schon exklusiven Reise durch Geschichte und Gegenwart Grossbritanniens.
    Bestens dankend für Deine süss anzuschauende und animierende Karte zu meinem Geburtstag, sende ich Dir, lieber Stefan, meinerseits die besten Glückwünsche nicht nur für die jetzige Reise, sondern insgesamt für das heute neu begonnene junge Lebensjahr – gute Fahrt, schöne Entdeckungen (wie immer) – u heit Sorg!
    Mit herzlichem Gruss, Hans

    • Stefan und Steffu 13. Juli 2022 — Autor der Seiten

      Lieber Hans
      Vielen Dank für Deine guten Wünsche und natürlich sehr gerne.
      Stonehenge hatten wir zwar nicht ganz für uns alleine, wie dem bald online gehenden Beitrag entnommen werden kann, aber eindrücklich war es allemal und auf jeden Fall einen Besuch wert.
      Schöne Grüsse, unterdessen aus Oxford, auch von Stefan
      Stefan

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