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Stefan & Steffu's travels

Watt’n Gestank nach faulen Eiern!

Zugegeben, ab und an stinkt es in der Chemie und das meist sogar gewollt! Völlig Geruchsneutral lassen sich Wasserproben, die wir gestern in den Dünen und im Meer beim Kniepsand gesammelt haben, analysieren.

Für die Schwerpunktfach-Exkursion nehmen wir jeweils ein halbes Outdoor-Chemielabor mit. So lässt sich ein Campingplatz zu einer Wasseranalyse-Stelle umfunktionieren, wo Karbonathärte, Sauerstoff-, Nitrat- und weitere Konzentrationen bestimmt werden können. Ob sich nachvollziehbare Werte ergeben haben, wird sich noch zeigen.

Die verschiedenen Wasserproben werden gründliche analysiert

Wann gibt es wohl den Farbumschlag?

Wer bei Limikolen an ein Süssgetränk denkt, liegt falsch. Es handelt sich nämlich um Vogelarten, die vornehmlich im Watt zu finden sind. Die kleinen bis mittelgrosse Vögel durchkämen den Wattboden oder das Ufer und bilden eindrückliche Vogelschwärme, wenn sie sich mit der Wasserfront und den Gezeiten bewegen.
Am besten lässt sich die Vogelwelt auf Amrum mit dem Fahrrad erkunden.

Mit dem Fahrrad ab auf Vogelsafari
Der Küste nach nach Norddorf

Mir Fernrohr und Feldstecher lassen sich nebst Gänsen auch Limikolen ausmachen

Eine süsse Stärkung im Café Schult, bevor es weiter geht

Die Öde die sich kilometerweit öffnet, sobald sich das Wasser zurückgezogen hat, täuscht. Auch wenn es einem schwerfällt durch den schlammigen Boden zu gehen, so wimmelt es unter den Sohlen der Gummistiefel nur so von Leben. Abertausende Kothügel und kleine Trichter zeugen von eingegrabenen Würmern, Schnecken und Muscheln, die wie ein riesiges Büffet den verschiedenen Wattvögeln als Nahrungsgrundlage dienen.

Beim Seihen mit den Netzen in den Prielen lassen sich kleine Plattfische, Garnelen, Krebs, Austern, Moules und weitere Köstlichkeiten aus Neptuns Küche finden. Unser Abendessen haben wir aber dann doch nicht selber aus dem Watt mitgenommen. Es sind nur alle froh, es heil und nicht all zu verdreckt zurück zum Strand zu schaffen.

Abb ins Watt, wo man auch stecken bleiben kann

Der Wattboden bietet jedoch, wie im vorhergehenden Blogbeitrag zum Watt erläutert, reichlich Experimentierfreude. Wird der untere, schwarze Teil des Wattbodens, der sogenannte Reduktionshorizont, mit Salzsäure traktiert, riecht es rasch unangenehm. Es breitet sich nämlich ein Geruch nach faulen Eiern aus. Dies hängt mit dem gasförmigen Schwefelwasserstoff SH2 zusammen, der sich bei der Zugabe von Salzsäure aus den Sulfid-Ionen des schwarzen Eisensulfids bildet.

Es wird trotz Gestank konzentriert experimentiert

Es ist nicht der Gestank, der uns aus dem Watt vertreibt, sondern die bereits vorgeschrittene Stunde. Und so geniessen wir die wunderschöne Landschaft und Tierwelt, die uns zurück zum Leuchtturm und Zeltplatz geleitet.

Zurück zum Leuchtturm …
… wo man vor der Haustüre ebenfalls spannende Vögel (ein Fasen) antrifft

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Thema von Anders Norén

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