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Stefan & Steffu's travels

F*ckin‘ Bruges

Die Windschutzscheibe muss nach über 700 km auch einmal geputzt werden

In Bruges – der Ort, an welchem Colin Farrell nach einer vermasselten Tour die Füsse stillzuhalten hat. UNESCO Weltnaturerbe, jenseits des Kitschigen pittoresk, aber auf das Gemüt drückend.

Wieder Morgen, die Sonne – oder wohl eher der unten den Meldepegel gesunkene Blutalkoholwert – lassen uns beizeiten wach werden. Mit den Fahrrädern radfahren wir uns in die Altstadt. Gassen sind leer. So gefällt Bruges. Unterdessen bin ich genügend Bruges-gewandt, dass ich weiss, dass hier in ein paar Stunden der Bär aufs wüsteste tanzt. Dann besser beizeiten rein und gleich zum Belfried, weil Du das sonst knicken kannst.

Auf der morgendlichen Radfahrt in die Altstadt

Brendan Gleeson konnte 2008 beim Kassenhäuschen noch ein paar Münzen hinlegen und kam dann hoch, Ralph Fiennes sowieso, aber der hat etwas rabiat nachgeholfen. Wir sind jedoch 2022 und nett, das Kassenhäuschen ist einer Maschine gewichen, was auch sonst. Diese beschied uns, dass sie ausgebucht sei, also eigentlich der Belfried und uns lieber erst nach dem Mittag auf den Turm zu lassen gedenke. Mit Maschinen brauchst Du nicht zu diskutieren. Nach dem Mittag ist zudem auch gut. Wollen ja eh noch Gaffee.

Wir gehen also an dem auf der vor dem Belfried stehenden Parkbank Trübsal blasenden Colin Farrell vorbei. Er schaut nicht auf. Scheint nicht an einem Schwatz interessiert zu sein. Dann setzen wir uns halt beim Markt in ein Kaffee, dort ist Sonne. Und Criossants für 4 € das Stück. Kann man machen.

Glockenklang vom Belfried

Bruges lädt zum Schlendern ein, unsere Bromptons sonnen sich daher bekryptoniteschlosst sicher mit dem Stahl eines Fahrradständers sauber verlötet auf dem Marktplatz. Unterdessen hat es Touristiker und das nicht zu knapp. Wir gehen dem Kanal entlang. Was dem Brendan Gleeson der Colin Farrell, ist mir der Jeremias. Nur, dass ich auf ihn nicht aufpassen brauche. Wohl eher umgekehrt, bei mir weiss man ja nie. Ich hoffe aber, dass wir beide, also Jeremias und ich nicht allzu viele Parallelen zu den anderen beiden aufweisen, weil der Tag sonst arg übel werden könnte.

13:20 Uhr, das Ticket schreit uns an, dass wir sofort den Belfried rauf sollen und zwar JETZT! Sonst ist dann wieder Sense und auf den ersten von vielen Treppenstufen wird mir bewusst, dass es nach den zwei gescheiterten Versuchen 2008 und 2019 das Jahre der Herrin 2022 werden musste, bis ich es endlich auf den vermaledeiten Belfried raufschaffen sollte. Gut Ding will bekanntlich Weile haben.

Der Belfried mit Aussicht

Bruges ist eine schöne Stadt. Ich komme stets gerne wieder hierher. Jeremias will es mir gleich tun. Man kann es aber auch halten wie Colin Farrell: “A great day this has turned out to be. I’m suicidal, my mate tries to kill me, my gun gets nicked, and we’re still in f*ckin’ Bruges!”

Angekommen an der Nordsee in Joossesweg, NL

„In Bruges“ (2008) Official Trailer

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