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Stefan & Steffu's travels

Nordkapp

Es ist abartig. Du fährst und fährst und fährst und denkst, das Land muss doch irgendwo mal zu Ende sein. Irgendwann erreichst Du die Lofoten und wähnst Dich jenseits des Polarkreises tief im Norden. Dann kommen aber nochmals 1000 Kilometer und Du fährst weiter und weiter. Norwegen endet gefühlt nie.

Nie enden wollendes Norwegen

Heute aber sollten wir das Ende von Kontinentaleuropa dennoch erreichen. Auf den letzten hundert Kilometern ändert das Land das Angesicht nochmals zünftig. Die arktische Vegetationszone der Tundra ist erreicht. Hier gibt es nicht einmal mehr Bäume.

Und plötzlich hat es keine Bäume mehr – Beginn der arktischen Tundra

Wir sitzen im Malibu, den wir an die Klippe gestellt haben, wo es Aussicht auf die Barentsee gäbe, betrüge die Sicht – ich checke es mal kurz – mehr als 20 Meter. Es stürmt und reisst am Malibu, als sei das Ende aller Tage erreicht.

Unser Held der Strasse – der Malibu brachte uns über 4800 km bis ans Ende von Europa

Gut, dass wir bereits vor vier Stunden und nicht erst jetzt angekommen sind. Am Mittag konnten wir noch die Aussicht auf das Meer geniessen. Mit dem Feldstecher suchte ich die Barentsee minutenlang ab. Nach unserem bisherigen Tierglück mit Elchen, Rentieren und Adler, wäre es nun auch noch hübsch, einen Wal zu entdecken. Es hat sicher welche. Ich erblickte nur keinen. Man kann schliesslich nicht Alles haben.

Hinter uns folgen nur noch 2000 km Barentsee bis zum Nordpol

Das Besuchszentrum am Nordkapp ist hübsch gemacht. Fulminant, aber auch nicht zu sehr. Ein bisschen Kilbi, aber nicht gerade Disneyland. Dem Ort angemessen. Es hat Leute, aber auch nicht zu viele. Gerade richtig, dass es nicht unheimlich wird.

Am Nordkapp wurde 1943 das deutsche Schlachtschiff Scharnhorst von der Duke of York, der Belfast und der Sheffield versenkt

Der Polarkreis liegt auf 66° 33‘ 55“ nördlicher Breite, das Nordkapp auf 71° 10‘ 21“. Somit kommen noch 18° 49‘ 39“ oder knapp 2000 km Barentsee und der Nordpol ist erreicht. Wer hier bei Sturm blöd genug ist aus dem Fahrzeug auszusteigen, kriegt das ziemlich deutlich am eigenen Körper zu spüren. Sofern vorhanden.

Es reisst auf. Wieder temporal Sicht auf die Barentsee. Ich steige aus, um noch ein Klippenfoto zu ergattern und hurti mit Schwestern facezutimen, damit sie des Nordkapps als livestreamig ansichtig werden kann. Die mit der Mammut-Jacke sicher verlötete Kapuze also tief ins Gesicht gezogen, raus aus dem Van und beinahe gleich auf die Schnauze gefallen. Ich kämpfte gegen die Orkanböen an und mich Richtung Geländer vor. Prospektiv hätte ich es nicht geglaubt, aber ich musste tatsächlich abbrechen, ich hätte mich nicht länger auf den Beinen zu halten vermocht.

Sich diese vermeintlich friedliche Landschaft bitte mit Sturmböen vorstellen

Irgendwie habe ich es dann aber wieder in den Malibu geschafft. Unterdessen schüttelt es aber auch diesen arg durch. Ich steige erst wieder in Stockholm aus.

23.00 Uhr – wenn es nicht bewölkt wäre, könnte man wohl bald die Mitternachtssonne beobachten

Apropos: das ist unser 300. Blog-Beitrag 🥳

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