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Stefan & Steffu's travels

Möhren & der Grauballemann

Da wir heute erst nachmittags um Drei ins Moesgård-Museum können, haben wir für einmal nicht bereits am Morgen Programm. Eigentlich könnten Ferien ganz gemütlich sein. So dachte es uns, in der Morgensonne Grüntee unter der Markise des Vans verkostend.

Oben im Wald hat es ein Wildtiergehege in welches reingegangen werden kann. Dahinter eine ganze Zeile von „Jöös“, Eltern und Kindern. Da dürfen wir sicher auch rein. Schon wieder waren wir froh, mit dem Van angereist zu sein. Als wir nämlich im Gehege waren, stellten wir fest, dass die Jöös null Interesse an uns hatten. Die wollten Futter. Ein Schild wies darauf hin, dass Äpfel oder Möhren geeignet seien. Wir also zurück zum Campingplatz-Laden, wo Stefan zwei Säcke Möhren erwerben konnte. Diese waren teuer, dafür nicht schön und teilweise aufgebrochen. Die Tiere dürfte das allerdings nicht stören.

Wieder zurück beim Park war die Interessenlage dann plötzlich eine ganz andere und ich hatte binnen einer Minute ganz viele neue Freunde. Diese wurden bisweilen schier manisch und irgendwann nahmen sie mich zu viert in die Mangel. Gut, dass sie dabei zwar stürmisch, nicht aber brutal wurden. Mehr als ein Böckchen rieb sein Geweih an mir. Mussten mich wohl für einen Karotten spendenden Baum gehalten haben. Dass ein Geweih nicht einfach Knochen ist war mir schon klar, aber ich staunte dann doch, wie warm Geweihe offenbar sind. Jedenfalls waren nicht nur die kleinen Kinder in ihrem Element, sondern auch der Steffu, der ganz verzückt war.

Ich will auch eine Möhre

Mitten im Gehege

Nach dem Jöö-Effekt stellte sich endlich ins Moesgård-Museum reingekommen der Boah-ey-Effekt ein. Das Moesgård-Museum ist definitiv das schönste Museum, welches ich bisher in meinem Leben besucht habe. Sagenhaft stimmig gestaltet.

Das Museumsgebäude klappt Schichten vergangener Zeiten auf

Das Museum beherbergt die drei besterhaltenen prähistorischen Skelette der Welt. In ihren Holzsärgen liegen ein junger und alter Mann sowie eine Frau um die Dreissig. Sogar die Gewänder sind noch erhalten.

Im Dialog mit Urahnen

Beim Betrachten des Grauballemanns stellte ich etwas Spezielles fest: Wenn Du ein Skelett betrachtest, betrachtest Du Knochen. Wenn Du eine Moorleiche anschaust, stehst Du vor einem Menschen. Schon fast gleich einer in Bronze gegossenen Figur des Jugendstils liegt er da. Sogar die Fingerabdrücke sind klar erkennbar. Und doch ist er vor 2300 Jahren gestorben. Es ist nicht klar, ob er etwas verbotenes getan hat oder ob er ein Menschenopfer war. Er hat jedenfalls eine klaffende Wunde von Ohr zu Ohr und wurde ins Wasser geworfen.

Die besterhaltenen prähistorischen Skelette der Welt

Der Grauballemann – als schliefe er für immer

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Thema von Anders Norén

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