Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Runen

Mitten in der Nacht Kontrollgang – keine gruselige Holzfigur in Sichtweite. Gut so. Heizung hochgedreht weil zu kalt. Morgens in der früh wieder auf, Heizung runter gedreht, weil Kopfschmerzen. Wird durch das Heizen der Truma eigentlich der Sauerstoffgehalt im Van reduziert? Bezieht die Luft doch eigentlich von draussen und zudem gibt es eine Zwangsbelüftung. Dann erschrocken, weil bereits halb Zehn. Der halbe Morgen ist verpeilt. Wir beschlossen daher, dem Gaul die Sporen zu geben und irgendwo auf dem Weg nach Jelling für Frühstück zu sorgen.

Teure Wohnlage am Fjord

Es muss nicht immer rechtwinklig gebaut werden

Über eine Art gewaltige Halenbrücke fahrend, allerdings nicht den Wohlensee sondern den üppiger ausgefallenen Vejle-Fjord durchmessend, entdeckten wir doch gar wunderlich sich ausnehmende Bebauung. Also scharf angebremst, dass drei Reifen ihr Schwarz auf der Bahn liessen, hinter uns ein gar laut Krachen und Splittern – wozu bitte hat man uns beigebracht Abstand zu halten, Ihr Luschen?! – und links nach Vejle abgehoben, standen wir bald in einem gar hippen neuen Wohngebiet am Fjord. Vermutlich wurde das Ufer aufgeschichtet und die nun in zweiter Reihe dergestalt vom Wasser Abgerückten sind gearscht. Ungeacht dessen landeten wir in einem ebenso hippen Restaurant an. Der Tee kam im Kännchen angeliefert, der Cappuccino auch gar hübsch dargebracht und die Dame des Services putzte sogleich auch noch die Vogelscheisse sich entschuldigend vom Tisch. Au weiah, das dürfte teuer werden hier. Getreu dem (guten) Management-Motto „Schmerz jetzt“ bestellte ich alsdann die Rechnung. Diese kam in einer hübsch geprägten und lackierten Faltkarte auf Halbkarton erster Güte. Mehr braucht nicht mehr gesagt zu werden.

Kaffee und Tee im Restaurant Remoulade

Aber wir kamen wegen etwas viel Spannenderem in die Gegend gereist. Richtig, Steffu hat mal wieder ein UNESCO-Weltkulturerbe gefunden. Diesmal sind es die Runensteine von Jelling, auf welchen sich nicht nur König Gorm und sein Sohn Harald Blauzahn verewigt hatten, auf dem eben selbigen Stein ist auch erstmals die Bezeichnung „Dänemark“ verbrieft.

Blick vom Grabhügel auf die Kirche mit den Runensteinen davor

Im Innern der Kirche fand man die Gebeine von Blauzahns Vater

Zwar waren wir schlau genug gleich bei Ankunft zuerst auf eine für uns unschwer als Grabhügel identifizierte Erhebung zu steigen, aber wir benötigten dann doch rund zwei Stunden, bis wir das ganze Ausmass des Hiesigen zu ermessen vermochten. Unter anderem ist innerhalb der einstigen Befestigung ein Schiff von mehr als dreihundert Metern Länge im Boden angelegt. Was dem Museum an Informationsdichte etwas fehlte, wurde doppelt wettgemacht mit stilvollen Animationen und einem Ambiente, welches uns richtiggehend in die längst vergangene Zeit reinzog. Da waren zweifelsohne Museumspädagogen zu Gange, die Ihr Handwerk verstanden. Und so verliessen wir Jelling wieder, sicher, dass wir forfür etwas Wikinger verinnerlicht haben. Ob wir dereinst in Walhalla eingehen werden, wie es eine der Animationen versprach?

Im Camping in Aarhus angekommen

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