Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Ende T-Rex und lebende Holzfigur

Fällt der Begriff „Dinosaurier“, ist eine der ersten Assoziationen jeweils, dass die Tiere ausgestorben sind. Es ist zwar korrekt, dass dem so ist, aber bis sie vom Antlitz der Erde verschwanden um 66 Mio. Jahre später wieder in den Kinderspielzimmern der Welt aufzutauchen, haben sie rund 170 Mio. Jahre gelebt. Eine grossartige Leistung möchte ich meinen. T-Rex und Konsorten waren durchaus erfolgreich unterwegs, an Land, in der Luft und im Wasser. Dann aber schlug auf der Yucatán-Halbinsel bei Chicxulub bekanntlich ein Meteorit hart auf. Dieser hatte zwar bloss einen Durchmesser von 10 Kilometern, aber das war eben zu viel des Guten und die Folgen sind hinlänglich bekannt. Es wurde dunkel. Und kalt. Und das sehr, sehr lange. 

Diese Felsen erzählen eine spannende Geschichte

Statt Klettern, halsbrecherische Treppe

Was hat das nun mit Dänemark zu tun, dieses liegt ja nicht eben an der Yucatán-Halbinsel? Die oben beschriebene Kreide-Paläogen-Grenze ist nirgends auf der Welt so gut sichtbar, wie in der Klippe von Stevns Klint. Den allermeisten Menschen würde das lediglich einige Zentimeter messende graue Band zwischen der Kreide- und Kalksteinschicht nicht auffallen und auch wir konnten dieses UNESCO-Weltnaturerbe vom Strand aus suchend lediglich mit dem Einsatz von Google zweifelsfrei identifizieren.

Das graue, dünne Gesteinsband des Fischlehms zwischen Kreide (unten) und Kalkstein (oben)

Die alte Kirche rückt dem Meer immer näher

Es ist schon noch so verrückt – da stellst Du als Dinosaurier Grössenrekord um Grössenrekord auf, bist ein sehr erfolgreiches Lebewesen und am Schluss endest Du als unscheinbares graues Band zwischen zwei Gesteinsschichten. 

Kennt Ihr den noch? Lautstärke auf und geniessen!

Karma sucks! Wo wir es gerade davon haben: Wir haben heute ein Zeugnis des 5. Massenaussterbens auf dem Planeten studieren können. Dabei erleben wir derzeit das 6. Massenaussterben. Es handelt sich wohlgemerkt um das erste Aussterben, welches eine einzige Spezies selber herbeigeführt und zu verantworten hat. Ob von uns dereinst auch ein dünnes, graues Band übrig bleiben wird?

Wir verlassen die Insel Siælland wieder über die sauteure Brücke und beschliessen zurück auf der Insel Fyn die trüben Gedanken des Aussterbens durch Heiterere wegzuwischen. Das hübsche Wasserschloss Egeskov bietet dazu eine ausgezeichnete Kulisse.

Man wähnt sich in Frankreich

Im Dach des Schlosses äusserte ich mich gegenüber Stefan, dass dieser Dachstock Raum für ein geiles Loft hergäbe. Ich war genau so lange der Meinung, bis ich unter Balken die dort liegende Holzfigur entdeckte. Ich wusste noch nicht, was es mit dieser auf sich hat, aber mir stellten sich bei deren blossen Anblick die Nackenhaare auf. Am helllichten Tag. Der Mensch soll auf solche Signale hören. Ich stellte mich nachts alleine hier heroben mit der Figur vor. Keine Frage – die lebt! Solche Scheisse brauche ich nachts nicht. Habe sonst schon einen leichten Schlaf, gekoppelt an eine lebhafte Fantasie. Und in der Tat hat die Figur ihre Geschichte. Kein Mensch weiss, wie lange sie schon dort liegt. Sie darf niemals bewegt werden. Andernfalls das Schloss in der folgenden Heiligen Nacht im Graben versinkt. Noch nie habe die Besitzerfamilie Weihnachten auf Schloss Egeskov verbracht.

Ein verwunschene Holzpuppe? Stoff für Albträume

Saab 35 Draken – zu einem richtigen Schloss gehört natürlich auch ein ausgemusterter Kampfjet

Gemäss Wetterbericht regnerisch, doch Sonnenschein nehmen wir auch gerne

Es ist nun abends um Neun, die sich gen Horizont zuwendende Sonne schickt ihre letzten Strahlen durchs seitliche Fenster und über den riesigen Parkplatz blickend studiere ich auf das vor mir liegende Schloss. Noch vor Stunden hatte es hier dutzende Personenwagen. Ein paar hundert fänden Platz. Nun sind es noch vier Wohnmobile, unser Van eingerechnet. Man winkt sich beim Vorbeigehen zu. Die Hunde, vor denen am Hymer unseres Nachbars gewarnt wird, bewachen nun auch uns für diese Nacht. Morgen werden sie weiterziehen, man weiss nicht wohin. Aus den Boxen erklingt Ayal-Ayal. Die Musik ist zwar aus Israel, aber Idan Raichel Project verstehen sich als World Music und diese passt überall.

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