Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Amrum

Wo ein Meer ist hat es oft viel Wasser, meist mehr als in Flüssen oder in Seen, wobei Seen auch als aufgewickelte Flüsse betrachtet werden können. Beim Ende der Seen werden sie wieder abgewickelt. Meere sind da eher Destination des Wassers, bevor es wieder entnommen wird, beispielsweise zur Herstellung von Wolken. Wolken sind es auch, welche dem Meer gerade so viel Wasser entnehmen, dass Inseln übrig bleiben. Inseln sind in der Regel hübsch, sie wecken Ausstiegsträume und können eine entschleunigende und cholesterolsenkende Wirkung haben. Auch in der Nordsee hat es Inseln. Eine davon ist Amrum.

Die Pferde sind gesattelt, der Wagen hat heute einen Ruhetag
Morgens vor sieben ist Dagebüll noch leer

Stefan besucht Amrum jährlich mit seinen Schüler*innen. Ich fuhr da noch nie mit. Weil da jeweils auch Helgoland angefahren wird und dieses ist doch arg weit draussen im Meer gelegen. Da fahr ich nicht hin. Nicht weil ich etwas gegen Helgoland hätte, oder gegen das Meer, ganz im Gegenteil. Aber ich bin nicht hochseetauglich, wie ich seinerzeit in der Karibik erfahren musste. Das blosse daran denken reicht, dass mir übel wird und ich Schlagseite kriege. Mir wird bereits ganz mulmig und ich kriege Kreislauf. Aber Amrum geht. Das liegt zwar auch zwei Fährstunden draussen in der See, aber diese, also nicht die Fährstunde, sondern die See, ist bis dahin lediglich rund sechs Meter tief. Da kommen keine Wellen mit so genantem Kotzkurs auf. Das kann ich also wagen. Also erwarben wir käuflich zwei Tickets nach Amrum. Damit mir Stefan die Insel zeigen kann. Es hat da auch ein Restaurant drauf, was „Die blaue Maus“ heisst.

Frühstück auf der Fähre

Gutmütig stampft die Fähre durch das Watt

Unterwegs im Watt

Steffu ist also überfahrttauglich. Im Wattenmeer passiert da gar nix. Kommst Du auf Amrum an, geht der Puls sogleich langsamer. Selbst wenn Du die noch gefalteten Bromptons den Steg runtertragen musst. Diese waren jedoch rasch entfaltet und definitiv sehr geeignete Mittel zur Erkundung der Insel. Amrum ist nämlich gerade mal zwanzig Quadratkilometer gross und mit dem Rad lässt sich die Insel von den Ortschaften Wittdün, über Nebel bis Norddorf gemütlich binnen einer Stunde durchmessen.

Los geht die Fahrradtour

Von hier geht es nur noch zu Fuss weiter

Am Nordende der Insel wurzelten wir am Strand rum, guckten gen Sylt. Ich zog mir die auf der Insel erworbene Mütze über die Ohren und fragte mich: „Scheisse, ist eigentlich Winter oder was? Wenn DAS Sommer sein soll, dann möchte ich nicht wissen, wie es hier im Winter zu und her geht!“ Kein Wunder sind die Nordfriesen so gelassen. Anders lässt sich das Wetter in diesen Breitengraden nicht aushalten.

Eine steife Brise im Gesicht und Sylt im Blick

An und für sich wurde mir ein Cappuchino versprochen. Ich wurde regelrecht mit der Aussicht auf einen Cappuchino an das Nordende der Insel gelockt. Aber das Café Schult öffnet erst morgens um Elf und anstelle des Warmgetränks musste ich Dünenwandern und mir an den Arsch frieren. Mir kommen Strophen von Endo Anacondas Lied in den Sinn: „Dann muss ich stundenlang am Strand entlang. Ich hasse Ferien, ich hasse Ferien.“ Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Im Gegenteil wundere ich mir gob mir selber. Als (ergrauender) Sonnyboy bin ich bei 30-Grad-plus eigentlich am wohlsten, dennoch stören mich Wind und Kälte und Wogenschaum gar nicht. Ob es daran liegt, dass es hier kontextuell stimmig ist? Wahrscheinlich schon.

Süsse Stärkung im Café Schult in Norddorf

Letzthin sagte ich noch zu Stefan, und ich vermeine das auch schon an früherer Stelle in einem Blogbeitrag geschrieben zu haben, dass Alles, was architektonisch schön ist, alt sein muss, weil sie heute nur noch eckig und Glas und grau hinkriegen, die einfallslosen Pinsel der Zunft der Architektenschaft. Auf Amrum jedoch können sie auch heute noch in hübsch. Wahrscheinlich, weil sie die Tradition des Verbauens von Reetdächern hochhalten. Dann noch Blumen vor die schmucken Häuschen et voilà, fühlst Du Dich gleich wie im Auenland. Allerdings in echt und nicht als Filmkulisse.

Nachmittags zeigt sich die Sonne über dem Kniepsand

Sand so weit das Auge reicht

Natur pur

„Die blaue Maus“ öffnet leider erst abends. Aber unterdessen sind wir dermassen tiefenentspannt, dass uns das nichts mehr ab kann. Wir sollten uns ein Häuschen auf Amrum kaufen und hierhin ziehen.  

Leider hat die blaue Maus noch geschlossen

Ein Apéro im Strandkorb ist aber auch gut

Nach einem intensiven Tag auf der Insel geht es zurück ans Festland

Ebbe

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

2 Kommentare

  1. Ulrich Baumgartner 15. Juli 2020

    Hallo zäme

    Ja, Amrum haben wir gesamthaft auch als sehr schön erlebt.
    Die Unterkunft hatten wir in Norddorf
    Wir sind sogar beim gleichen Kaffee eingekehrt und haben die blaue Maus von innen erlebt.
    Von Amrum sind wir bei Ebbe nach Föhr marschiert.
    Weiterhin viel Spass und vielen Dank für das Mitnehmen.
    Ueli und Vreni

    • Stefan und Steffu 16. Juli 2020 — Autor der Seiten

      Ahh, sehr schön. Da habt Ihr die Insel ja richtig ausgekostet.
      Die Wanderung bei Ebbe zur Nachbarinsel war sicher speziell interessant.
      Heute geht es nach einer anderen Insel, allerdings in Dänemark.
      Viel Spass beim Mitreisen.
      Stefan & Steffu

Antworten

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© 2020 Exploring the world

Thema von Anders Norén

%d Bloggern gefällt das: