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Stefan & Steffu's travels

Stille in Brugge

In meinem kalten Kämmerchen des Hotels Goezeput schaute ich mir am Abend „In Bruges – Shoot first. Sightsee later“ an. Dieses Melodrama ist einfach stets wieder eine Freude zu schauen. Und der Film kommt noch schräger rein, wenn Du in Bruges bist. Danach packte ich das Duschtuch über meinen Kopf und mich tief unter die Bettdecke und fror mich in den Schlaf. Wie sagte Colin Farrell im Film doch nochmal: „It‘s fucking Bruges“.

Die Goezeputstraat ist menschenleer

Stille auch hier

Es lohnt sich also definitiv, Brugge früh am Morgen einen Besuch abzustatten. Kein Schwein in den Gassen, bis auf die eine Sau, die das Dorf abrennt und wieder kaum weiss, was sie alles fotografieren will. Wer nach Brugge reist tut gut daran, Perskindol mitzubringen. Vom vielen Herumschauen kriegst Du hier Nacken. Brugge ist zweifellos eine der schönsten Städte der Welt. Besuchen lohnt sich.

Das Sint-Janshospitaal ist aus dem 12. Jahrhundert und eines der ältesten erhalten gebliebenen in Europa. Ihm schliesst links das Congresbureau an

Lange hatte ich heute Morgen aber nicht Zeit, weil ab nach Amsterdam. Da habe ich drum abgemacht und ein Grand Hotel mit so vielen Sternen, dass ich die gar nicht mehr zählen mag. Ob es da wohl ein geheiztes Zimmer geben wird? Amsterdam geht auch immer. Jemand hat mir kürzlich gesagt, er gehe da mindestens einmal im Jahr hin. Ich nicht. Wird aber dennoch mein drittes Mal sein. Auskennen tue ich mich dennoch nicht. Für mich sieht jede Gracht wie die andere aus und NEIN, das liegt nicht daran, dass ich da unbeschreibliche Dinge rauche, welche dort käuflich erworben werden können. Ist doch wahr.

Belgien – Niederlande, die dritte Etappe steht an

Auf jeden Fall werde ich in Amsterdam einen Co-Autor kriegen und die fleissigen Leser*innen unseres Blogs wissen, dass ich solche stets zu Gastbeiträgen nötige. Vielleicht will drum nie jemand mitkommen? Bin jedenfalls schon gespannt auf den Beitrag und freue mich auf den Besuch.

Aber erst muss ich da hin. Die Thalis-Züge, einen solchen wollte ich in Brüssel nehmen, fahren jedenfalls nicht. Klar, die kommen ja von Paris her. Oder sollten. Da war doch noch was? Aber die Streiks in Frankreich sind jetzt nicht mehr mein Problem, ich disse das Land nun für eine Weile. Bis es sich wieder beruhigt hat.

Eben. Amsterdam. Amsterdam gefällt mir eigentlich noch ganz gut. Beim letzten Mal waren wir mit den Bromptons hier und daher bestens getarnt – mit einem Fahrrad gehst Du glatt als Niederländer durch. Zumindest wenn Du gleich kriminell damit fährst, wie die Holländer. Ich gab mir beim letzten Mal alle Mühe und würde mal sagen, dass es mir vortrefflich gelang. Nur auf das gleichzeitige Musikhören mit Kopfhörer UND schreiben von Nachrichten WÄHREND dem Fahren verzichtete ich dann doch. Das muss man wohl können.

Während ungefähr zehn Sekunden überlegte ich mir zu Hause noch, ob ich das Brompton mit auf die grosse Tour nehmen soll, verwarf den Gedanken wegen der Prämisse des Reisens mit leichtem Gepäck gleich wieder.

Die Zeit reicht um in Bruxelles-Nord kurz einen Blick aus dem Bahnhof zu tun

Wenn Du Blog und Tagebuch auf einer Fahrt führst, geht die Zeit rasch durch. In Bruxelles-Nord reichte die Zeit, um kurz aus dem Bahnhof zu äugen, Art déco entdeckt. Danach sass ich auch schon im Zug nach Den Haag. Der Schaffner begrüsste uns Reisende über die Lautsprecher mit „All you lovely, sweet people.“ Da prustete ich beinahe einen Teil des in den Zug mitverbrachten Cappuccino wieder aus. Sachen gibt es. Auch schon in den Niederlanden fährt der Zug nach einem Halt wieder aus Breda raus – nie gehört von.

Belgische Art déco entdeckt

Eigentlich wollte ich noch arbeiten, also BPV, VBPV, die Verordnung zur VBPV und den Kommentar des EFD zu diesen Dokumenten studieren. Schliesslich will ich gut in den neuen Job starten. Aber das geht bei dem Programm kaum. Ich werde aber noch längere Zugstrecken am Stück haben und sonst lege ich an einem Ort mal einen Zweitäger ein. Bin ja schliesslich nicht auf der Flucht.

So reist es sich entspannt – ist aber fast schon unheimlich

16:25 Uhr, Grand Hotel Amrâth, Amsterdam: Anfangs Nachmittag traf ich in Amsterdam Centraal ein und drollte gemächlich zum Hotel. Das Hotel würde glatt als Kulisse eines Ghostbusters-Film durchgehen, ich glaubte, ein Gebäude zu betreten, welches in einem merkwürdigen Art déco Stil erbaut wurde. Auf diese Vermutung hin erläuterte man mir an der Lobby, dass das Gebäude 1913-16 als Shipping House (Scheepvaarthuis) erbaut wurde. Damals gab es kein Art déco. Dem musste ich drum nachgehen und fand heraus, dass das Gebäude eines der Top 100 historischer Bauten der Niederlande sei und die Amsterdamer Schule begründete. Dann las ich aber auch, dass ein Teil des Gebäudes später zwischen 1926-28 erbaut wurde. Wusste ich es doch. Weitere Details erspare ich der Leserschaft, da ja nicht alle ab solchen Dingen zu freaken belieben, wie ich.

Das Scheepvaarthuis – welch sonderliches Gebäude

Da es meinem Buddy auf seinem Weg hierhin nicht so gut ergeht – der Direktzug ab Frankfurt fiel aus und nun braucht er ein gerüttelt Mass länger – ging ich ein wenig auf die Gass und ums Haus und landete nolens volens im Quartier um De Oude Kerk, wo sich die Damen feil bieten. Daneben nur Alkohol- und Raucherläden, es ist ein einziger Sündenpfuhl. Da wird die Frau zur Ware, das macht mir Mühe. Ich machte darum Rechtsumkehr und mich von dannen. Ausserdem wird man hier schon vom Passivrauchen high … 

Ob es hier drin spukt?

Verrückt

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