Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

At the Victoria Falls

Nachtmahr (J. H. Füssli, 1802)

Diese Nacht kamen die Träume. 😱 Die, für welche Malarone berüchtigt ist. Plötzlich war das absolut Böse da. Es hatte allerdings weder eine klare Form, noch lebte es. Es war eher wie eine Grube, welche abgrundtiefe Angst auslöste. 😳 Aber was soll‘s: In Träumen ist Stress üblich, aber da passiert nichts und als ich darob erwachte, war mir sofort klar, dass das nun das Medikament ist. Also auch i.O., muss man durch, umdrehen, weiterschlafen. Passt schon. Auch Stefan berichtete von Träumen.

Wir sind aber nicht für Malarone-Träume hier, sondern wegen den Victoria Falls, wegen Simbabwe, wegen Sambia. Also. Ab auf die Piste. 

Devil’s Fall

Ja, die Victoria Falls (zu deutsch Victoriafälle). Gemäss einer Online-Enzyklopädie der Wahl, welche wir offline als App mit dabei haben, seien die Victoria Falls ein breiter Wasserfall des Sambesi zwischen den Grenzstädten Victoria Falls in Simbabwe und Livingstone in Sambia. Sie machen gerne Landesgrenzen an die grossen Wasserfälle, wie wir von den Niagarafällen (Kanada und U.S.A.) und den Iguazufällen (Brasilien, Argentinien und Paraguay) wissen. Hier kommen sogar vier Länder zusammen und bilden das einzige Vierländereck der Welt, in welchen die Grenzen zweier Dreiländerecke nicht mindestens 20 Kilometer auseinander liegen. Hier sind es gerade mal 100 Meter, welche das Vierländereck Namibia-Sambia-Simbabwe-Botswana bilden.

Graufilteraufnahmen brauchen ein Stativ und Zeit

Wir wollten hier aber selbstverständlich nicht wegen dem Vierländereck hin – das wäre dann wohl schon etwas gar nerdig – sondern eben wegen den Victoria Falls. Eigentlich stehen sie zusammen mit Namibia im Zentrum dieser Reise-Idee. Nicht, dass wir jetzt speziell gob Wasserfällen freaken würden, aber die südamerikanischen Iguazufälle fanden wir doch sehr schön. Bei den leider völlig verbauten Niagarafällen bestätigte sich, dass sich ein Besuch dieser seltenen Naturspektakel lohnt. Und so blieben von den grossen Wasserfällen lediglich noch die Victoria Falls, welche wir noch nicht gesehen haben und welche als eines der sieben Weltwunder der Natur gelten.

Blick in die Verwerfung der Victoria Falls

Statue zu Ehren Livingstones

Der erste Europäer, der die Victoriafälle mit eigenen Augen sah, war der schottische Missionar und Afrikareisende David Livingstone. Tief beeindruckt beschrieb er den Wasserfall als „das schönste, das er in Afrika je zu Gesicht bekam“, und nannte ihn Victoria Falls, zu Ehren der damaligen britischen Königin Victoria. (Quelle: Wikipedia).

Die einheimischen Kololo nennen den Wasserfall hingegen Mosi-oa-Tunya (zu deutsch: donnernder Rauch). Der Name verweist auf den Wasser-Sprühnebel, der von den Fällen in bis zu 300 m Höhe aufsteigt und noch in bis zu 30 km Entfernung zu sehen ist. In unmittelbarer Umgebung der Victoriafälle gibt es sogar einen Regenwald, der seine Existenz nur der Feuchtigkeit dieses Sprühnebels zu verdanken hat. Dieser entsteht, weil sich die Wassermassen des Sambesi auf einer Breite von 1708 m in eine quer zum Flusslauf liegende, 110 m tiefe und kaum mehr als 50 m weite Schlucht mit steilen Felswänden aus Basalt ergießen. Damit sind die Victoriafälle der breiteste durchgehende Wasserfall der Erde. Zum Ende der Regenzeit im Februar und März, wenn der Sambesi durch die Niederschläge stark angeschwollen ist, schießen bis zu 10.000 m³/s Wasser über den Nordrand der Schlucht in die Tiefe, jedoch wird der Wasserfall auch in den meisten anderen Monaten des Jahres dem Titel „größter Wasservorhang der Erde“ gerecht. Zum Ende der Trockenzeit, in den Monaten September und Oktober, kann die Wassermenge jedoch auf nur 170 m³/s schrumpfen. Dann bleiben von der sonst tosenden Flut nur einige wenige Rinnsale übrig. (Quelle: ebenfalls Wikipedia)

In der Regenzeit sind auf der ganzen Breite Wasserfälle zu sehen

Ups, ja, Trockenzeit haben wir jetzt. Haben wohl nicht das ideale Zeitfenster erwischt. Ein Herr im Bus sagte, dass er schon oft hier gewesen sei, die Fälle aber noch nie mit so wenig Wasser gesehen hätte. Das Timing hat aber auch etwas Gutes: Die Moskitos sind nicht so krass drauf und an deren Zahl nicht ganz so viele wie sonst. Und da die hiesigen Moskitos ganz schwer in Malaria machen, ist zumindest das besser.  

Im Gegensatz zu Namibia, arbeiten sie hier mit Fantasiepreisen. Simbabwe hatte im letzten Jahr eine Million Prozent Hyperinflation und wir bezahlen hier 60 US Dollar, um die Victoria-Fälle anschauen zu können. Das ist ein super Beispiel für ein simples, sicheres und rentables Geschäftsmodell: Du lässt die Natur die Arbeit machen, machst dann einen Hag drum rum und verlangst je Nase 30.— $. Und der Preiselastizität wegen bezahlen die Leute den Preis. Das macht durchaus Sinn.

Die Brücke verbindet Sambia mit Simbabwe

Auf der anderen Seite erwarteten uns die Victoria Falls. Diese sind auch bei wenig Wasser beeindruckend und wunderbar. Es ist es definitiv der Wert, hierhin zu kommen. Wow! 

Irgendwo haben wir aufgeschnappt, dass es für Fotoaufnahmen sogar ratsamer sei in der Trockenzeit zu kommen. Und in der Tat – Aufnahmen mit dem Graufilter waren selbst heute während dieser Trockenperiode schwierig, immer wieder mussten wir die Kamera auf dem Stativ mit dem Hut abdecken, wenn eine Schwade kam. Führt der Sambesi richtig viel Wasser, sieht man die Victoria Falls wegen der Wand aus Tropfen fast nicht mehr. Es ist so feucht, dass sich um die Fälle gleich ein tropischer Regenwald gebildet hat, währenddem die Vegetation hier sonst doch recht karg ist.

Die Warzenschweine sind lustig

Mitten im Park begegneten wir Warzenschweinen auf der Pirsch. Als wir unsere Kameras für eine bessere Perspektive auf deren Höhe brachten, wurde es ihnen aber zu viel und sie machten sich von der Ackerfurche.

Dann beschlossen wir, hurti in Sambia einzureisen. Zu Fuss. Nach der Mittagszeit. Das war anstrengend. Und zog vier Grenzübertritte mit sich. Also Ausreise aus Simbabwe, Fussmarsch, Einreise in Sambia, umgeschaut, alle möglichen Leute abgewimmelt, Paviane beobachtet, Ausreise aus Sambia, Fussmarsch über die Brücke zurück und wieder Einreise in Simbabwe.

Stefan befindet sich noch in Simbabwe, Steffu steht bereits in Sambia

Sammeltaxi

Interessanter- und glücklicherweise standen wir nie an und hatten die Stempel jeweils binnen zwanzig Sekunden in unseren Pässen und Visa hatten wir ja schon. Der Rest war dann schon mehr Stereotypen entsprechend: Es stank, überall standen Lastwagen und der Weg war ein Spiessrutenlauf um die Typen, die einem Billionenscheine oder sonst etwas andrehen wollten. Gefährlich war es nicht. Nur mühsam. Also in etwa wie ein Gang zu Hause vom Bahnhof die Hauptgasse entlang.

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