Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

TableMountain – by climbing …

Mit dem City Sightseeing Bus geht’s los zur Talstation der Tafelbergbahn

Der Tafelberg ist neben dem Kruger Nationalpark und der hiesigen Waterfront das beliebteste Ausflugsziel von Südafrika. 800‘000 Leute gehen da jährlich hoch. Leider hat uns niemand gesagt, dass die alle genau am heutigen Tag da hochwollen. Als wir mit dem City Sightseeing Bus endlich bei der Talstation ankamen, traf uns beinahe der Schlag. Wir suchten uns an das Ende der Menschenschlange anzustellen, erreichten dieses aber auch nach zweihundert Metern noch nicht. Oh du heiliger Nelson Mandela! Das hätte Stunden gedauert, bis wir endlich die Seilbahn schweizerischen Fabrikats erreicht hätten.

Das Ziel vor Augen nehmen wir den felsigen Weg in Angriff

Was also tun? Wir beschlossen den Transportanbieter zu hintertreiben, indem wir die gegen harte Rand Währung erworbenen Tickets nicht gebrauchten und den Weg unter unsere Hufe nahmen. Den beschwerlichen Weg. Den langen, steilen Weg. Die brennende südafrikanische Sonne würde uns auf unserer nicht mit Sonnenmittel geschützten Haut eine Erinnerung zurücklassen.

Unterwegs überquerten wir sehr zu unserem Erstaunen das eine oder andere Bächlein und bei einem Felsvorsprung konnten wir uns sogar unter einen kleinen Wasserfall stellen. Das war dann doch eine willkommene Erfrischung.

Kurze Erfrischung

Mächtigen Felswänden entlang marschieren wir aufwärts

Zarte Blümchen am Wegesrand

Und wie es duftete. Die vom Boden aufsteigenden Gerüche waren uns zumeist völlig unbekannt, aber sie dufteten herrlich, mal nach Hölzern riechend, mal an Bergamotte gemahnend. Und Stille. Dann eine Explosion, die in der Berglandschaft lange nachhallte. Wir sahen Rauch an der Küste. Es war exakt Zwölf. Weshalb eine Kirchenglocke schlagen, wenn man eine Kanone hat? Der Wumms musste wohl daher kommen.

Kleine Wasserfälle bieten Erfrischung und kitschige Aussicht während der Wanderung

Weitergegangen. Ab und zu auf allen Vieren. Der Puls um bedenkliche 200 – sollte in unserem Alter nicht mehr so hoch gehalten werden. Der Blick nach oben – der Weg ist noch weit. Der Blick noch höher – die Sonne brennt unbarmherzig. Ich gerate ab und zu ins Wanken. Mir ist etwas schwindlig. Aber wir kommen aus der Schweiz. Wir haben da auch Berge. Wir kriegen das gebacken. Wäre ja noch schöner. Also weiter.

Ein wenig wie der Leiterlipass von Kapstadt

Heute würde man wahrscheinlich sagen: episch

Fluchend um den gefühlt tausendsten Felsblock gehend, sass plötzlich ein pelziges Etwas direkt vor mir und schaute mich scheinbar lächelnd an. Keine Ahnung, was das für ein Tier ist, aber es ist das bestimmt sympathischste Tierchen, das ich je sah. Am liebsten hätten wir es gleich geherzt, aber man soll Wildtiere ja nicht betatschen.

Ein Dassie (Klippschliefer) begrüsst uns unverhofft

Die letzten Meter …

Irgendwann waren wir dann oben. Die Sicht auf das Kap der Guten Hoffnung, den Lions Head und auf Cape Town entschädigte uns für die Mühen. Etwas frustrierend waren jedoch die Weiber mit Ledertäschchen und in Schnürchenschuhen, welche umherstakelten. Die Mistdinger erreichten das Plateau des Tafelbergs binnen fünf Seilbahnminuten.

Endlich oben angekommen

Das Kap der guten Hoffnung ist im Hintergrund sichtbar

Es blüht auf dem Tafelberg

Bei der Bergstation angekommen. Ausflug Südafrikanischer Lehrerinnen. Leicht zu erkennen, weil alle dieselben T-Shirts trugen. Man kommt rasch ins Gespräch mit den Leuten hier. Sie erfuhren, dass Stefan auch Lehrer sei und fragten ihn, ob er denn gerne unterrichte. Die Frage lässt tief blicken …

Für das Touristenwohl ist auf dem Tafelberg gesorgt

Bei einer Bergstation dürfen dolenartige Vögel nicht fehlen

Blick auf die Strände von Kapstadt

Rein in die Kabine

Runter würden wir dann aber auch die Bahn nehmen. Die Schlange war zwar auch gute hundert Meter lang, aber in einer knappen Stunde war das geschafft. Wieder eine gute Gelegenheit für Smalltalk. Eine füllige Mamma fragte Stefan, ob ich denn nicht Englisch könnte. Dann flüsterte sie mir leise ins Ohr: „Please. Talk with me.“ Tat ich dann auch lachend. Sie und ihre Kollegin glaubten nicht, dass wir hochgewandert waren. Und sie hatten noch nie in ihrem Leben ein Dassie gesehen – unterdessen hatten wir rausgefunden, wie das putzige Etwas genannt wird.

Bald geht es hinunter

Blick zur Talstation. Die Sonnenschirme zeigen die Länge der Warteschlange

Der Lions Head

Drehkabine – Schweizer Fabrikat von Garaventa

Dassies haben auch einen deutschen Namen, nämlich Klippschliefer – Sachen gibt es – und sie sind, man kann es kaum glauben, tatsächlich mit Elefanten verwandt. Sie haben keine Krallen und nichts, dafür witzigerweise nur vier drollige Zehen.

An der Clifton Bay tummeln sich die Beach-Liebhaber

Typischer Steinhaus am Geneva Drive

Leuchtturm beim Sea Point

Zehen hatte ich dann zurück im Hotel auch. Auch Füsse. Mein Schuhwerk ist sehr leicht, hat aber nur ganz dünne Sohlen. Es ist nicht für solche Besteigungen gedacht. Da spürst Du nämlich jedes Steinchen mit. Und Steine hatte es weiss der Teufel viele. Also nicht, dass ich nicht edelweiss- und bergtaugliches Schuhwerk dabei hätte. Nur nützt solchiges im Reisekoffer lagernd nicht viel.

Morgen verlassen wir Südafrika bereits wieder. In Namibia heisst es den 4×4 auszufassen und noch am selben Tag nach Mariental zu brettern. Das ist für namibische Verhältnisse nahe gelegen – 400 Kilometer Schotterpiste entfernt.

Feuerroter Clocktower an der Waterfront

Koloniale Architektur an der Waterfront

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2 Kommentare

  1. Nicole Tanner 26. September 2019

    Heeee, der zweee…!!!

    Dieser Aufstieg musste einfach sein. Ihr habt die südafrikanische Version vom Totemügerli kennen gelernt! Welche Ehre…!

    Ich wünsche euch eine ganz tolle Reise. Das ist jetzt eine, um die ich euch wirklich, wirklich beneide. Geniesst es!!!

    Liebe Grüsse
    Nicki

    • Stefan und Steffu 27. September 2019 — Autor der Seiten

      Hoi zäme
      So sieht es aus 😂. Gottseidank ohne Blindeli, sonst wären wir vielleicht am Tafelberg verschollen.
      Unterdessen sind wir in der Kalahari-Wüste angekommen. Verdammt schön, aber auch ebenso anstrengend. Morgen auf dem Blog.
      Häbit‘s guet
      Stefan & Steffu

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