Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Twizy!

Ferien gehen auch zu Hause, ja, eh, aber sogar Reisen geht. In der Schweiz. Beispielsweise, wenn man einen Twizy hat! Stefan hat einen solchen als Geburtstagsgeschenk für mich aufgetan. Angemietet in Interlaken. Ost. Das liegt im Oberland, also an einem Ort, der uns in etwa so bekannt ist wie sagen wir mal Tuvalu. 

Eine Zugfahrt und eine Mini-Instruktion hinter uns gebracht, sassen wir auch bereits im Twizy und steuerten die paar Kilogramm behände gen Thun zurück. Weil dem Twizy seine Batterie so krass eben (leider) nicht ist – das Quarz zeigte beim Losfahren gerade mal 77 km Restreichweite – ritt ich ihn sanft dem Seeufer entlang.

Los geht’s

Von Aussen denkt man gar nicht, dass da zwei drin Platz finden. Hintereinander allerdings.

Dank Bantamgewicht flott im Galopp

Zu Thun gibt es eigentlich nicht viel zu sagen: Garnisonsstadt halt, grosszügig ausgelegt Vorort von Bern und Sperre, welche die Oberländer da behält, wo sie hingehören. Twizy also ins Parkaus Berntor rein, wir einmal die Altstadt hoch, Gaffeehalt, der Aare entlang zurück und wieder nach Interlaken, diesmal im flotten Galopp, weil wir wussten, dass die Batterie reichen würde.

Twizy des Mittags an seiner Homebase an die Steckdose und wir an ein Fondue. Geht ja auch im Sommer. Figugegl.

Figugegl

Zurück beim Gefährt, war dieses auf 89% und weil wir „voll“ brauchten, machten wir einen kurzen Kehr durch ein paar Touristenfallen. Kuckucksuhren. So‘n Quatsch – eine Kuckucksuhr hat ungefähr so viel mit der Schweiz zu tun, wie eine finnische Sauna mit der Kalahari. Victorinox geht schon eher. 96%. Zwei Eis geholt und weggeputzt. 100%. Mehr geht wie nicht.

Fotoshooting am Thunersee

Brünigpass – schaffen wir das? Also hoch bestimmt, aber dann auch wieder den ganzen Brienzersee zurück? Mal schauen. Den Pass hoch konntest Du zuschauen, wie der Batteriestand leergenuckelt wurde. Da wurde uns ganz anders. Die Beiz bei der Passhöhe hat zwar Parkplätze für Elektroautos, aber nur solche mit Kabeln dick wie Hochspannungsleitungen und einer Ladeleistung, welche jedem elektrischen Stuhl gut anstehen würde. Den Twizy würde es wohl gleich schmoren. Strom ist eh was für Schwächlinge, es MUSSTE einfach zurück reichen. Und sonst schieben wir dann halt die paar Kilos nach Interlaken Ost.

Mit 80 durch’s Oberland

Es reichte. Sogar für einen kurzen Badehalt am Brienzersee. Also legten wir den Twizy und uns kurz hin. In meinem Roman „The last Kingdom“ (Bernard Cornwell) geben sie sich mal wieder höllisch auf den Deckel. Das können sie richtig gut und ich bin fengs richtig gut mit den englischen Begriffen aller möglicher Körperteile und Organe, weil sie sich diese ab- und raushauen. Rauch. Mitten in mein Gesicht. Ja hackt es mich? Nicht einmal an einem solchen Ort kannst Du mehr sein, ohne dass Dir jemand ins Gesicht ascht. Ich habe die Übeltäterin rasch ausgemacht. Eine Mutter. Neben ihr das Körbchen mit ihrem Nachwuchs. Rauch zieht weg, wird vom Körbchen aufgefangen und schön reingeleitet. Bravo. Ich dachte an meine Grossmutter selig (R.I.P. Molly). Nachdem sie ihr eine Raucherbeinarterie auskrauen mussten – sie hat zeitlebens nie geraucht, also irgendwie schon, doch, als Restaurantbesitzerin 40 Jahre passiv halt – nachdem also ribbte sie auf der Strasse rauchende Mütter ab. Das hätte ich gerne mal live erlebt. Aber weil ich generell nicht so auf Krawall gebürstet bin und heute sowieso nicht, liess das Baby Baby sein, die Mutter vor sich hin aschen und widmete mich wieder dem grossen Klopfen im Buch. Es genügt vollauf, wenn sie sich im hochmittelalterlichen Mercia fetzen.

Friedlicher, aber im gestreckten Galopp ging es dann zurück nach Interlaken. Und da wir sogar noch etwas Reststrom im Lithium drin hatten, kurvten wir vor dem Abgeben des Gefährts noch hurti an Hundertschaften Touristen vorbei nach Unterseen, weil auch ganz beschaulich.

Ein Klick auf das Bild führt zum Katalog von Twizy

Und so endete ein Reisetag der anderen Sorte. Ob ich mir einen Twizy kaufen würde? Sofort, wenn ich wüsste wohin damit. 24 km werden im Schnitt pro Tag in diesem Land motorisiert zurückgelegt (Quelle: BfS). Zu Stosszeiten sind in Fahrzeugen durchschnittlich gerade mal mit 1.1 Sitze besetzt. Dazu braucht es keine Stadtgeländewagen mit 2.2 Tonnen Abtropfgewicht. 487 Kilogramm genügen absolut. Und jedes Kilogramm davon macht Spass.

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