Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Georgetown

Die Geräuschkulisse ist das beste am Regenwald, vor allem, wenn Du mitten drin ein Bungalow hast. Braucht Dir niemand mehr ein Schlaflied singen. Herrlich. Nach der zikadenschwangeren Nacht aber heisst es, die Berge und den Regenwald zu verlassen und nach der Insel Penang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Georgetown zu reiten.

 

Für jedes exotische Tier ein Strassenschild

Also sattelten wir die Pferde und ritten. Vorbei an Elefantenwarnschildern, Schlaglöchern ausweichend, Affen beobachtend, welche die Strasse überquerten, Affen bedauernd, denen selbiges leider nicht reichte und vor allem viele Kurven nehmend. Schliesslich nahmen diese ab, die Landschaft ebnete ein und die Umgebung wurde wieder urbaner.

alles in Butter …

Penang ist eine Insel, welche nützlicherweise über zwei riesige Brücken mit dem Festland verbunden ist und ein wenig wie die versiffte Version von Monaco anmutet. In der Dümme und mit etwas Unterstützung der App Here, mit den OSM-Kartendaten drauf, fuhren wir treffgenau an unser kleines Hotel ran. Kurz mal malaiisch abgebogen, also aus vollem Galopp raus, und wir waren drin. Das Tor öffnete uns eine ältere, einäugige und kaum bezahnte Inderin, deren Anblick uns selbst bei der Gluthitze einen Eisesschauer über den Rücken zu jagen vermochte. Wahrscheinlich ist unser Wagen nun mit einem Fluch belegt.

Über sieben Brücken musst du gehen …

Der Empfang durch den sehr dienstbeflissenen Herrn an der Lobby war dann schon mehr ein Schauen. Das kleine Hotel im Kolonialstil hat Charme und der Concierge versorgte uns mit vielen Informationen, was wir unternehmen könnten. Und alsbald waren wir auch auf der Gasse.

Strasse oder Allee heissen hier Jalan und Lebuh

Hier nächtigten bereits Karl May und Hermann Hesse

„In Penang schlug uns, an einem heissfeuchten glanzvollen Abend, zum ersten Mal das quellende Leben einer asiatischen Stadt entgegen, wildes, farbiges Menschengewimmel in den immer vollen Gassen, nächtliches Kerzenmeer.“
Hermann Hesse, 1911

Also ganz so idyllisch wie der Herr Hesse sehen wir das nicht, aber dem werden wohl auch nicht dermassen die Abgase ins Gesicht geblasen haben wie uns. Ich würde es eher frei nach Patrick Süskind halten: „Es stanken die Strassen, es stanken die Hinterhöfe, es stanken die Treppenhäuser.“ Georgetown ist wie erwähnt UNESCO-Weltkulturerbe. Man könnte zum Schluss kommen, dass das Label das Papier nicht wert sei, auf welchem es gedruckt ist. Hintergrundrecherchen ergaben aber, dass es die Altstadt bloss noch wegen zwei beherzter Frauen gibt, die sich für deren Erhalt einsetzen. Und dafür macht das UNESCO-Label eben Sinn, weil damit die Verpflichtung zum Erhalt einher geht. Die dagegen wirkende Kraft sind offenbar Investoren, die hier lieber Hochhäuser hinklotzen möchten. Solche stehen rund herum viele und es ist keine Freude zum Schauen. Die Quellen sagen aber auch aus, dass primär Leute der westlichen Kultur an historischer Substanz interessiert seien und dass dies hier als wenig interessant angeschaut wird.

Art déco auch in Georgetown

Einen „Zytglogge“ haben sie hier auch

Herrschaftshaus aus den goldenen Zeiten

Kongsi – Prachtvolles chinesisches Versammlungsgebäude

Street Art macht die Stadt zur Open Gallery

Die Wandbilder sind ein Magnet

Museumsstimmung auf offener Strasse

Wo Hintertüren zum Hingucker werden

Der UNESCO-Weltkulturerbe Stadtteil lädt zum Schlendern ein

Ein Melting-pot an Kulturen

… und Religionen

Ab ins Gewusel von Little India

So wie es sich heute präsentiert könnte Georgetown schön sein. Könnte. Konjunktiv. Und allzu viel wäre gar nicht nötig. Motorfahrzeuge raus aus der Innenstadt, Sperrgut wegräumen und vielleicht mal einen Pinsel gegen ein Haus fallen lassen und gut wäre es. Die Architekturinteressierten unter uns ahnen durchaus sehenswerte Häuser hinter dem Schmutz, aber eben. Schade. Wünschen wir den Leuten, die sich für den Erhalt einsetzen Durchhaltewillen und Erfolg.

Kurz vor dem Zerfall – schade

Unterschiedlicher Erhaltungsgrad

Georgetown ist offenbar auch bekannt für die Gassenküchen. Teilweise standen die Leute in langen Schlangen, wie bei uns im Juli vor einer Gelateria Interessiert gingen wir an einer der Schlange vorbei schauen. Was dann da aber feilgeboten wurde sieht nicht so aus, als wäre es westlichen Mägen abkömmlich.

Streetfood Paradise (or Hell?)

Kampai – wie man in Japan zu sagen pflegt

Wir gingen dann in ein japanisches Restaurant. Da unterdessen mitten am Nachmittag waren wir die einzigen Gäste, das Essen war köstlich, die Ruhe himmlisch und zum ersten Mal seit drei Wochen trank ich mal wieder ein kaltes Bierchen. Es tat gut in der Hitze.

Malaysische Fusion Küche – geht auch lecker

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2 Kommentare

  1. Ueli Baungartner 8. Oktober 2018

    Ich bin wiederum begeistert von den Bildern und den teilweise ironischen Kommentaren und der professionellen Gestaltung.
    Vielen Dank für das Mitnehmen auf die interessanten Reisen.

    Weiterhin viel Spass und gute Begegnungen wünschen
    Ueli und Verena Baumgartner

    • Stefan und Steffu 9. Oktober 2018 — Autor der Seiten

      Lieber Ueli, liebe Verena
      Vielen Dank für die Zeilen und das Mitreisen. Reisen ist schön und schön ist es, treue Mitreisende wie Euch zu haben!
      In dem Sinne reisen wir gemeinsam weiter und sehen uns dann zu Hause wieder.
      Viele Grüsse aus den Cameron Highlands
      Stefan & Steffu

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