Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Colmar & Elefanten

09:55 Uhr, Colmar: Wir sitzen in einer Boulangerie mit Blick auf die Riegelhäuser von Colmar Tropical. Es ist verrückt, die haben hier ein Elsässer Städtchen mitten in einen tropischen Wald der Berge Malaysias hingeklotzt. Das Lustige ist: Es funktioniert sogar. Der jüngere Herr an der Kasse der Boulangerie war dann aber sehr verwirrt, als Stefan mit ihm Französisch sprach. Gut, dass ihm der Manager zu Hilfe kommen konnte, dieser erkannte immerhin, dass es sich um Französisch handelte. Vorher standen wir oben auf einem Turm des Stadttores und schauten hinunter auf die Gassen Colmars. Wir drehten uns um, sahen troptischen Wald und hörten das typische Zirpen der Grillen und das Schreien der Vögel. Da beginnt der Verstand Purzelbäume zu schlagen. 

In Colmar Tropical – passt wie eine Abfahrt in den Tropen oder ein Pinguin in der Kalahari

 

12:30 Uhr, Kuala Gandah National Elephant Conservation Centre: Vom Elsass ging es weiter zu den Elefanten. Den Wagen parkiert und ausgestiegen, hörten wir sie schon von Weitem schreien. Es gibt im Conservation Centre keine Eintrittsgebühren, aber es wird eine Spende erwartet. Wir spendeten 100 Ringgit, also in etwa das Äquivalent von zehn Mahlzeiten. Dürfte für eine Elefantenmahlzeit reichen, die Viecher essen doch bis zu 135 kg. Pro Tag. Je. Als wir uns den Gehegen näherten, halsten die kleineren Elefanten bereits raus und stiegen schier über die Abschrankung um zu uns zu gelangen. Da gab es für mich natürlich kein Halten mehr, die Hinweisschilder sah ich erst einige Minuten später. Ging aber Alles gut. Ich wunderte mich noch, weshalb der Elefant gleich mit dem Rüssel an meine Hand kam, aber vielleicht sagen die auf diese Weise Hallo. Als er nach drei Sekunden das Interesse verlor, dämmerte es mir, worum es ihm tatsächlich ging. Fressen. Natürlich. Nebenan bekamen wir für 5 Ringgit einen Bund Bananen und das mochte den Elefanten dann doch sehr gefallen. Uns auch. Faszinierend, wie sanft die Elefanten Bananen aus unseren Händen zu nehmen vermögen. Gut hatte ich beim einen genügend Reaktionsvermögen. Kaum hatte er die Banane im Mund, kam der Rüssel in Richtung meines Gesichts geflogen. Ich also kurz einen Limbo und so ging es. Also halt. Keine weitere Banane für diesen Elefanten. Seine beiden Gespähnchen waren da zivilisierter. Nebenan wurden die Kleinsten mit Schoppen gefüttert. Als der Schoppen kurz weg war, begannen sie zu schreien, dass einem fast Angst wurde. Da wurde uns bewusst, dass das lediglich die kleinsten Elefanten waren, welche wir durch die Büsche rufen hörten. Beeindruckend. Die grossen Elefanten waren weniger stürmisch und gaben sich auch mit gereichten Grashalmen zufrieden. Vom Hochsitz aus fotografierend, behielt ich das Umfeld bestmöglich im Auge, weil die Elefanten problemlos hier rauf fassen konnten.

Hmm, Bananen – lecker!

 

Es gibt Leute, die sagen, der Elefant sei das gefährlichste Tier Afrikas. Nächsten Herbst wird es dann kein Geländer zwischen uns und den Tieren geben. Dann wird Vorsicht gefragt sein.

Die Baby-Elefäntchen sind süss, wiegen aber sicher auch schon an die 200 kg schwer

Schlamm- und Staubpackung-Station der Elefanten

Die hellen Hautstellen entstehen, wenn der Elefant oft von Menschen berührt wird. Der Handschweiss entfärbt offenbar die Elefantenhaut

18:55 Mutiara Taman Negara Resort: Irgendwann ging es links weg und dann 62 Kilometer in die Wälder, zuerst war da ein Warnschild bezüglich Kühen auf den Strassen und Kühe verkehrten dann auch tatsächlich. Mussten aufpassen, keine aufzugabeln. Es folgte ein Warnschild mit einem Elefanten drauf… Okeyyy?! Gut zu wissen. Elefanten sahen wir dann aber leider keine. Es gibt deren auch lediglich nur noch rund 1200 wild lebende in Malaysia. Tiger hat es offenbar auch. Das wissen wir, weil einer der Elefanten im Conservation Centre Verletzungen von einem Tigerangriff hat. Vor Tigern aber fürchten wir uns nicht, die sind unterdessen dermassen selten. Gut, andererseits, die Landlady in Tasmanien hat in 40 Jahren auch bloss zwei Schlangen gesehen und ich latschte gleichentags in the Middle of Nowhere an eine Black Tiger Snake ran. In solchen Gedanken versunken endete die Strasse schliesslich und dann kam nur noch ein brauner Fluss. Ännet diesem ist die Urwald-Lodge gelegen, in welche wir kommen müssen. Zuerst waren wir etwas verloren, weil Alles zu und die paar Leute, die uns musterten, sich nicht zuständig zu fühlen schienen. Schliesslich aber fanden wir den für uns vorgesehenen Parkplatz – 20 Ringgit – und auch ein Boot, welches uns übersetzte. Im Urwald bezahlst Du für den Parkplatz, währenddem drei Tage Parkhaus beim Hotel in der 8-Millionen-Metropole Kuala Lumpur gratis waren. Verkehrte Welt.

Mit dem Boot geht’s in den National Park und zu unserem Hotel

 

Auf der anderen Seite angekommen, wurden wir an einer Freiluft-Reception empfangen. Vier Minuten zu Fuss liegt unser Bungalow. Auf dem Weg dorthin kamen wir uns wieder vor wie seinerzeit in der Dan Paati Lodge in Suriname und das vertraute und von uns sehr geliebte Urwaldfeeling stellte sich ein. Aber über diesen Urwald morgen dann mehr.

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