Einer der Zielsetzungen einer jeden Burg war, dass gegen diese, die Burg, erfolglos angestürmt werden konnte. So stürmten auch wir heute erfolglos auf die Alhambra an. Wir standen mit den Hühnern auf, fuhren auf den 80 Kilometern nach Granada Venus und Mars entgegen und kamen noch vor der Öffnungszeit bei der Alhambra an.
Zusammen mit einigen hundert Menschen standen wir eine Dreiviertelstunde an und konnten anhand des Vorwärtskommens, oder eben anhand des Nicht-Vorwärtskommens errechnen, dass die Wartezeit bis zur Kasse rund vier Stunden dauern würde. Eine alte Indianerweisheit besagt bekanntlich, dass man, wenn man merkt, dass man ein totes Pferd reitet, absteigen solle. Das taten wir dann auch, wünschten den anderen ‚good luck‘ und zogen in Richtung Stadt los. Als Stefan vor 25 Jahren das letzte Mal hier war, konnte er einfach in die Alhambra reinspazieren. Es gibt zu viele Menschen.
So nahmen wir die Stufen hinab in die Altstadt Granadas und besuchten das Grab von Ferdinand und Isabelle von Kastillien, auch die katholischen Könige genannt. Den beiden war es 1492 gelungen Granada als letztes muslimisches Gebiet auf der iberischen Halbinsel einzunehmen und damit die Reconcista abzuschliessen. Um ihren Anspruch auf Granada auf alle Ewigkeit zu untermauern, verfügten sie, neben der Kathedrale in der königlichen Kapelle (Capilla real) in Granada begraben zu werden.
Beim Rückweg zum Parkplatz erhaschten wir noch einen kurzen Einblick in den öffentlichen Teil der Alhambra mit der Festung Alcazaba, dem Nasriden-Palast und dem klotzigen Renaissance-Palast von Karl V., der von ihm nie bewohnt wurde. Schade, ein Besuch wäre wirklich schön gewesen.
An der Sierra Nevada vorbei fuhren wir zurück ans Meer nach Almuñécar, wo wir nach einem kurzen Rundgang durch das Städtchen zurück in unser schönes Hotel gingen. Da meine Verdauung sich immer noch nicht ganz erholt hatte, war ich ganz froh auf einen weiteren gemütlichen Nachmittag am Pool.