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Stefan & Steffu's travels

Alcatraz

„Break the rules and you go to prison. Break the prison rules and you go to Alcatraz“
Anonymous

Heute erscheint die Gefängnisinsel friedlich. Längst vergessen sind die Zeiten, als hier die gefürchtesten Gangster Amerikas ihre Tage in den kargen Zellen zählten, geplagt von ständigen Fluchtgedanken und Hoffnungslosigkeit. Viele Gebäude stehen nur noch als Ruinen da und die Natur nimmt sich der Insel wieder an.

Alcatraz – Gerade mal zwei Kilometer von der San Francisco entfernt, im Hintergrund die Golden Gate Bridge.

Uns erstaunte, wie nah Alcatraz vom Festland liegt. Keine zwei Kilometer sind es bis nach San Francisco. Aber gerade wegen der eisig kalten und starken Strömung der Bucht galten Fluchtversuche allein deswegen als aussichtslos. Häftlinge berichteten, dass gerade die Nähe von San Francisco so grausam war. Alles, was sie sich wünschten, lag vor ihren Augen und sie hatten keine Chance dorthin zu gelangen.

„You are entitled to food, clothing, shelter and medical attention. Anything else you get is a privilege“
Alcatraz Regulation #5

Es ist gut hier nur Besucher zu sein.

Eine der vier Quadratmeter kleinen Zellen ohne jegliche Privatsphäre.

Alcatraz beherbergte die notorischsten, gefährlichsten und berüchtigtsten Verbrecher der Staaten, darunter Alvin ‚Creepy‘ Karpis, George ‚Machine Gun‘ Kelly, Robert ‚Birdman‘ Stroud und natürlich der berühmteste von allen, Al ‚Scarface‘ Capone. Es ranken sich viele Legenden um die Häftlinge, so soll man ‚Creepy‘ Karpis besser nicht den Rücken zugedreht haben oder dass ‚Birdman‘ Strout Vögel über alles liebte. Menschen aber mochte er nicht …

Ehemalige Häftlinge berichteten, dass sie auf Alcatraz vom ersten Tag an nur einen Gedanken hatten: Flucht. Und so gab es auch viele Fluchtversuche. Aber vermutlich gelang es keinem Häftling erfolgreich zu fliehen. Die drei, welche sich selber Nachts durch Puppen ersetzten, es geschafft haben, die Lüftung mit Löffeln zu knacken und danach durch den Lüftungsschacht auf das Dach gelangt sind, blieben danach verschollen. Es wird vermutet, dass sie in der kalten Strömung erfroren oder ertranken.

Eine der Puppen, mit welchen es Frank Morris und den beiden Brüder John und Clarence Anglin gelang, das Gefängnispersonal auszutricksen.

Einzig auf der Gun Gallery waren die Aufseher bewaffnet. Im Trakt trugen sie aus Sicherheitsgründen weder Waffen noch Schlüssel.

All dies und viele weitere Infos auch zum Alltag der Alcatraz-Wärter und deren Frauen und Kindern, die auch auf der Insel lebten, erfuhren wir auf der spannenden Audio-Guide Tour. Mit dem kleinen schwarzen Kasten um den Hals und Stöpsel im Ohr wurden wir quer durch den Gefägnistrakt geführt und erhielten so einen Einblick in die bewegte Geschichte dieser bereits mehrfach verfilmten Anstalt. Die kahlen Gemäuer hielten die kühlen Temperaturen und den bissigen Wind kaum ab, so dass wir auf der Tour langsam klamme Finger bekamen.

Toiletten günstig abzugeben – leichte Abnützungsmängel.

Im Gegensatz zu den den Insassen von damals war es uns jedoch möglich in einer windgeschützten Ecke die Wärme der Sonnenstrahlen zu geniessen, bevor wir mit der nächsten Fähre wieder Fuss auf dem freien Land setzen durften.

„It’s mighty good to get up and leave. This Rock ain’t good for nobody“
Frank Weatherman, letzter Häftling der Alcatraz 1963 verliess

Dieser Türschmuck ist so ziemlich das Einzige Zierelement in Alcatraz.

Nach dem Mittagessen in der grossen Pierhalle Nr. 1, wo viele kleine Restaurants und Markstände zum Verweilen einladen, fuhren wir mit einem Cable Car zum Nob Hill hinauf, von wo aus die steilen Strassenzüge wie Wasserfälle hinunter zum Hafen zu stürzen scheinen. Zurück im Castro liessen wir uns die Haare schneiden, die in ihrer Länge unterdessen der Dauer unserer Reise entsprachen.

Unterwegs mit dem Cable Car – steile Strassenflucht auf dem Weg auf den Nob Hill

Am Abend trafen wir und im Restaurant Delfina mit Justin, den wir zusammen mit Albert, der leider auf einer Geschäftsreise war, vor knapp zwei Monaten in der Ha Long Bucht kennengelernt hatten. Es ist toll und auch irgendwie speziell sich weit weg von zu Hause mit Leuten zu treffen, die man vor der Abreise noch gar nicht gekannt hatte. Wir genossen den gemütlichen Abend bei köstlichem Essen, spannenden Gesprächen und italienischem Wein.

Beim Nachtessen mit Justin, den wir zusammen mit Albert in Vietnam kennengelernt haben.

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