Exploring the world

Stefan & Steffu's travels

Ameisenigel, Silberminen & West Coast

Heute mit Wombat Special am Beitragsende

Das Echidna geht weiter ...

Das Echidna geht weiter

Kaum hatten wir Cradle Mountain verlassen, leitete ich auf dem Highway eine rasche, aber wohl dosierte Bremsung ein, gefolgt von einem U-Turn. Das Fahrzeug am Rand abgestellt, waren wir mit einigen Schritten beim Grund für den ungeplanten Halt. Derweil wir uns näherten, presste das Echidna, der Ameisenigel, seinen Kopf gegen eine Böschung und streckte uns eine Batterie seiner eindrücklich langen Stachel entgegen. Weil es offenbar Angst hatte, ging ich zum Wagen zurück um es nicht zu stressen, währenddem Stefan sich still verhielt, bis es ihn als ungefährlich taxierte und weiterging.

Der Film startet erst bei vollständigem Download

Um die Mittagszeit erreichten wir dann Zeehan, der Name weist zweifellos auf den niederländischen Einfluss auf die Geschichte Tasmaniens hin. Beim Eingang in die einst blühende Ortschaft fand eine gross angelegte Strassenkontrolle statt. Da alle Polizisten mit dem Kontrollieren mehrerer Fahrzeuge beschäftigt waren, kamen wir unbehelligt durch. Befürchten hätten wir selbstverständlich nix brauchen, aber die Ausweise lagen im Rucksack und der im Kofferraum und da hätte ich aussteigen müssen und dazu war ich heute generell zu faul.

In Zeehan wähnten wir uns wie in einem Endzeitmovie, weil nichts ging, sich nichts bewegte, keine Menschen da waren, nichts. Wir standen mitten auf der Strasse und das Einzige was eigentlich in der Szenerie noch fehlte, waren rollende Büsche, wie sie in Westernfilmen stets durch menschenleere Strassen fegen.

Nix los in Zeehan

Nix los in Zeehan

Das West Coast Heritage Museum in Zeehan versucht das Gedenken an die glanzvolle Minenzeit um 1900 zu bewahren. Doch beim Besuch des Museums stellte sich mir die Frage, wie lange es wohl selber noch bestehen würde, da ausser mir niemand auf dem Museumsgelände war. Das Museum umfasst nebst den Minen- und regionalen Exponaten verschiedene historische Gebäude, wie die ehemalige metallurgische Minenakademie, das Polizeigebäude und das einst glamouröse Gailet Theater. Durch die nahe gelegenen Silberminen war Zeehan, benannt nach einem der Schiffe des Entdeckers Tasmaniens Abel Tasman, um 1900 die drittgrösste Stadt nebst Hobart und Launceston. Doch nach dem Ersten Weltkrieg und seit der Schliessung der verschiedenen Minen um 1960 ist der Ort in den Dornröschenschlaf verfallen.

Blick auf Minenequipement

Blick auf Minenequipement

Weil in Zeehan mangels Verfügbarkeit nicht an ein Mittagessen zu denken war, fuhren wir weiter zu unserem Tagesziel, dem Küstenort Strahan. Auch hier tanzt der Bär nicht gerade, wir fanden aber schliesslich ein Lokal, in welchem wir für rund 35 Stutz zwei Gingerbeer, ein übles Sandwich und einen Hotdog kriegten. Grauenhaft. Aber man reist ja auch nicht wegen dem Essen nach Tasmanien.

Blick auf Strahan und dessen Bucht

Blick auf Strahan und dessen Bucht

Unterdessen ist 18.00 Uhr, draussen pfeiffen die Vögel, es tönt wie bei uns im Frühling und das Fehlen jeglicher Hektik hat eine wohltuend einschläfernde Wirkung auf uns. Etwas Erholung ist auf dieser Reise sicherlich auch ganz gut.

Wombat Special

An dieser Stelle wollen wir noch ein paar bemerkenswerte Hintergrundinformationen zu Wombats aufführen. Wikipedia (2016) generalisiert Wombats ganz treffend als „(…) höhlengrabende Pflanzenfresser mit bärenähnlichem Aussehen.“

So drollig die 20-40 kg schweren Wombats aussehen, sie können deutlich schneller als Menschen rennen, nämlich rund 40 km/h. Auch haben sie in Tasmanien praktisch keine natürlichen Feinde und wenn doch einmal, können sie ganz kräftig zubeissen.

Wombats haben die Zahnformel 1/1-0/0-1/1-4/4 und interessanterweise als einzige Beutelsäuger ein den Nagetieren ähnliches Gebiss.

Mit ihren kräftigen Klauen graben sie sich bis zu 3.5 m tiefe und 20 m lange Höhlen, in welchen sie tagsüber hausen. Werden sie bedroht, pflegen sie den Höhleneingang ganz einfach mit ihrem mit dicker Haut, Knorpel und Knochen verstärkten Hintern zu blockieren. Auf diese Weise können sie die meisten Angreifer abwehren. Lässt einer dennoch nicht locker, kann es auch schon mal vorkommen, dass sie den Gegner an der Decke der Höhle erdrücken. Sachen gibt es.

Wombat approaching

Wombat

Quelle: Wikipedia

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3 Kommentare

  1. 🐙i 12. Dezember 2016

    Hihi, 🐙i het grad geschter die gliiche Infos öber Wombats em Internet gläse 🙊 nach euchem Blog hets mi enteressiert, meh öber die knufflige Tierli z wösse 😍

  2. Hélène 13. Dezember 2016

    Hoi Stefan und Steffu,
    eure Berichte sind super interessant . Mit etwas Verspätung wünschen wir dir Stefan : HAPPY BIRTHDAY !
    Hélène & Willy

    • Stefan und Steffu 14. Dezember 2016 — Autor der Seiten

      Vielen Dank für die netten Geburtstagsglückwünsche.
      Ja, dieses Jahr bin ich etwas früher ein Jahr älter geworden, und erst noch am anderen Ende der Welt ;-).
      Es freut uns, dass unsere Reiseberichte Euch bisher gefallen. Bald verlassen wir Tasmanien bereits. Wir sind gespannt, was wir noch alles erleben werden.

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