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Stefan & Steffu's travels

Buntes Hội An – mystisches Mỹ Sơn

Hội An ist nicht Hanoi. Buddha sei Dank sind wir geneigt zu sagen. Hier geht es gemächlicher zu und her, wobei gemächlich auf vietnamesisch, versteht sich. Das heisst das Schweizer Strassenbild in Farbe und noch immer in Zeitraffer.

Gemütlich ist auch unser lokaler Reiseleiter Hung, ein älterer vietnamesischer Herr, der aber mit besserem Akzent Deutsch spricht, als die allermeisten Schweizer. Ein Vorteil einer begleiteten Reise ist, dass man viel von den Menschen aus erster Hand erfährt. So hat Hung beispielsweise den Vietnamkrieg, hier Zweiter Indochinakrieg oder Amerikakrieg genannt, als Junge miterlebt.

Hung führte uns am Morgen durch die Altstadt von Hội An, einem weiteren UNESCO-Weltkulturerbe. Zurzeit dürfen wir solche im Halbtagestakt bewundern. Für einmal haben sie es hier hingekriegt, eine Gasse für zwei, drei Stunden am Tag verkehrsfrei zu machen. Welche Ruhe, welche Freude, welche Wohltat für unsere Ohren!

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In den Gassen Hội Ans

In den Märkten herrscht emsiges Treiben, gekauft werden können Drachenfrüchte, Betel-Nüsse, Zimt, Gänse, Haifleisch und selbst Rochen.

Auf vietnamesischen Märkten ist Alles dicht beisammen

Auf vietnamesischen Märkten ist Alles dicht beisammen

Hội An, das während dem Krieg von Bombenangriffen verschont geblieben ist, zeichnet sich durch zahlreiche Tempel und alte Holzhäuser aus, die von chinesischen Händlern gebaut wurden, die sich früher hier niedergelassen hatten. An die japanische Gemeinschaft, die es dort auch gab, jedoch nach einem Bauernaufstand den Ort verliess, erinnert einzig noch die Japanische Brücke.

Japanische Brücke von Hoi An

Japanische Brücke

Long, der zweite uns begleitende Herr, ist für Verkehrsfragen zuständig. Er führte uns drei dann zu der einst versunkenen, dann wiederentdeckten hinduistischen Tempelanlage Mỹ Sơn. Hinduistisch! Hier. In Vietnam. Das hinduistische Volk Champa errichtete die Tempelanlage vor rund 1800 Jahre und huldigte darin Shiva, Vishnu und Brahma. Die Champa oder Cham gibt es noch heute, allerdings als relativ kleine und isoliert lebende Minderheit Vietnams.

Bevor wir die Tempelanlagen betreten konnten, wurden uns musikalische und tänzerische Einlagen der Champa-Kultur als Einstimmung geboten. Musiker und Tänzerinnen waren gut, die Aufführung schön. Hung meinte anschliessend trocken, dass die Tänzerinnen aber nicht von den Cham seien, dazu wären sie zu hübsch…

In der hinduistischen Tradition der Cham

In der hinduistischen Tradition der Cham

Grinsender Teufel

Grinsender Teufel

Endlich konnten wir dann die Tempel des mystischen Mỹ Sơn betreten. Darauf haben wir uns bereits zu Hause gefreut, zu Recht, wie sich herausstellen sollte. Die Geschichte ist interessant, die Bauwerke eindrücklich, Libellen und Schmetterlinge fliegen, Schlangen kreuzen den Weg und man wähnt sich als Besucher in den Kulissen eines Indiana Jones Films. Fehlten eigentlich nur noch kreischende und zu Staub zerfallende Tote.
Jeder Tempel besteht aus einem Ensemble von drei Gebäuden: ein eher geräumiger und länglicher Meditations- oder „Bibliotheksraum“, der sich durch Fensteraussparung auszeichnet, einem Torbogen und dem Haupttempel. Bei letzterem lässt sich aus der Anzahl und Ausrichtung der Eingänge auf die Bedeutung des Kultes schliessen. Eine Türöffnung nach Osten dient zur Huldigung der Götter, eine nach Westen der Huldigung der Könige und Ahnen. Fast alle Bauwerke sind aus Ziegelsteinen aufgebaut, die in einer noch unbekannten Technik ohne Mörtel aufgeschichtet sind. Ein einziger Tempel wurde ähnlich dem Vorbild von Angkor Wat in Sandstein gebaut und zeigt den Einfluss der Khmer auf das Volk der Champa.

Auf den Spuren Indiana Jones in Mỹ Sơn

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Bombenkrater

Leider wurden die meisten Tempelanlagen, welche Jahrhunderten trotzen konnten, zerstört, 1969 weggebombt von den Amerikanern. Zurückgeblieben sind nur Bombenkrater. Hung meinte dazu nur „traurig“ und wies darauf hin, dass empfohlen werde, die Wege der eventuell noch vorhandenen Bomben wegen nicht zu verlassen. Krieg ist Scheisse.

 

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2 Kommentare

  1. Megie 23. November 2016

    Dass Krieg Scheisse ist, haben wir ja schon in der Normandie gesehen und ich denke, das gilt für überall auf der Welt!
    Aber ihr erlebt ja auch viele tolle Sachen und seht Sehenswürdigkeiten, welche sich am wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen können :-).
    Gerne lese ich eure Reiseberichte – ist man doch so auch ein wenig auf der Reise.
    Geniesst es und uf weiterlese

    • weltreise-admin 23. November 2016 — Autor der Seiten

      Ja, genau. Das ist die Idee. So könnt Ihr mit dabei sein!
      Bis gly
      Steffu

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